{"id":167,"date":"2011-03-27T19:42:46","date_gmt":"2011-03-27T18:42:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/?p=167"},"modified":"2014-05-03T09:16:51","modified_gmt":"2014-05-03T07:16:51","slug":"das-schwere-erbe-des-trainer-polster","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/das-schwere-erbe-des-trainer-polster\/","title":{"rendered":"Schweres Erbe f\u00fcr den Trainer Polster"},"content":{"rendered":"<p>Der neue Mann hei\u00dft Polster. &#8222;Lori&#8220; Polster. Ende 1926 hatte Otto Nerz die Veilchen verlassen, um fortan die Reichsauswahl zu trainieren. Als Nachfolger war Nerz&#8216; Student Herberger berufen worden, der die Erste Herren ehrenamtlich als Spielertrainer betreute. Die Belastung f\u00fcr ihn muss enorm gewesen sein: Student, Angestellter im Bankhaus der beiden Borussen Georg Michaelis und Max Berglas, Spieler und Trainer. Dennoch h\u00e4lt Herberger durch bis der ehemalige Nationalspieler Walter Hollstein verpflichtet werden kann. Nun, im August 1928 \u00fcbernimmt Polster. Das Erbe, das er antritt wiegt schwer. Tennis hatte einen deutschen Rekordlauf hingelegt. 18 Siege in Folge, dazu ein Unentschieden, bei 93:16 Toren! Gestoppt konnten die Veilchen nur von der Hertha werden. Am 4. M\u00e4rz 1928 im ersten Spiel um die Berliner Meisterschaft der Saison 1927\/28. Neben diesem Verbandsrekord hatte TeBe mit einer ganzen Reihe an prominent besetzten Freundschaftsspielen auf sich aufmerksam gemacht: die Gegner hie\u00dfen Young Fellows Z\u00fcrich, Slavia Prag, SpV F\u00fcrth &#8212; der amtierende Deutsche Meister &#8211;, Dresdner SC, Victoria Hamburg; den amtierenden holl\u00e4ndischen Meister Heracles Almelo hatte TeBe 8:1 vom Platz gefegt, und mit den Weinroten vom Burnley FC traten erstmalig seit Jahren wieder Profifu\u00dfballer in Deutschland den Ball.<\/p>\n<p>Als &#8222;Hauptamtlicher&#8220; verpflichtet sich Polster f\u00fcr zw\u00f6lf Stunden die Woche. Doch er ist nicht nur f\u00fcr die Erste Herren verantwortlich. <em>Auch die anderen Kr\u00e4fte im Club, insbesondere die starke Jungendabteilung,<\/em> sollen <em>einem geregelten Training zugef\u00fchrt werden, weil wir unsere Aufgabe voll erf\u00fcllen wollen.<\/em> Das sind allein 13 Jugendmannschaften. Sonntags steht Polster den Veilchen den ganzen Tag zur Seite.<\/p>\n<p>Der Start ist ungl\u00fccklich. Die Erste Herren ist stark dezimiert. Ersatzweise laufen auf: K\u00e4ppel Feierabend von den alten Herren, Haija, Schumann sowie Riena\u00df aus der Jugend. Entsprechend fallen die Ergebnisse aus. Der VfB Pankow freut sich am 4. August \u00fcber 7:5 unerwartete Tore. Und auch der VfB Breslau m\u00f6chte sich im Veilchenpfl\u00fccken profilieren, bevor es f\u00fcr die Berliner wieder in den Verbandsalltag geht. Es ist ein hartes Spiel, mit dem die Breslauer Lila-wei\u00dfe rupfen. Schumann wird arg zugesetzt, der Schiri siehts mit Fassung. Trotzdem sind die Berliner optisch \u00fcberlegen, doch dem Sturm will kein Mittel einfallen, den Abwehrriegel zu knacken. Das erste Tor geht auf Emmerich, der nach einer Attacke stehen bleibt, anstatt nachzusetzen. Auch die zweite Netzber\u00fchrung <em>war Deckungsschuld, aber nicht ganz so arg.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center; font-size: 2em;\">~<\/p>\n<p>Auch eine Tradition:<\/p>\n<blockquote><p>Unsere Schuldsumme betrug im Vorjahr etwa 40.000 Mark. Sie ist wesentlich zur\u00fcckgegangen, wozu wozu uns die Einnahmen aus den Entscheidungsspielen f\u00fchrte[sic!]. Auch der Eingang der Mitgliederbeitr\u00e4ge ist erfreulich gut; im letzten Jahr sind auf diesem Konto 5.600 Mark vereinnahmt worden, es bleiben aber bis zum Abschluss des 3. Quartals immerhin noch rund 2.000 Mark Au\u00dfenst\u00e4nde, der Vorstand ist entschlossen, diese mit allen Mitteln einzubringen. Zur Zeit hat der Verein rund 18.000 Mark Schulden, wogegen der Wert unseres eigenen Gel\u00e4ndes in Niedersch\u00f6nhausen steht, auf dem eine hypothekarische Belastung von 12.000 Mark ruht. Allzu sehr dr\u00fccken wird uns diese finanzielle Lage nicht; wir m\u00fcssen aber bedenken, dass der Verein pro Monat an Betriebskosten, als da sind: Platz- und Klubraummiete, Gesch\u00e4ftsstelle, Zinsen, Steuern, Geh\u00e4lter, Material, Vereinszeitung usw., 4.000 Mark ben\u00f6tigt, so dass durch den Verein recht nette Summen &#8222;gew\u00e4lzt&#8220; werden m\u00fcssen, damit der Betrieb nicht zum Stocken kommt.<\/p><\/blockquote>\n<p>We save TeBe!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der neue Mann hei\u00dft Polster. &#8222;Lori&#8220; Polster. Ende 1926 hatte Otto Nerz die Veilchen verlassen, um fortan die Reichsauswahl zu trainieren. Als Nachfolger war Nerz&#8216; Student Herberger berufen worden, der die Erste Herren ehrenamtlich als Spielertrainer betreute. 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