{"id":202,"date":"2011-03-28T18:53:11","date_gmt":"2011-03-28T17:53:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/?p=202"},"modified":"2012-05-19T14:45:46","modified_gmt":"2012-05-19T13:45:46","slug":"die-spiele-um-die-berliner-meisterschaft-1928-ii-18-maerz-1928","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/die-spiele-um-die-berliner-meisterschaft-1928-ii-18-maerz-1928\/","title":{"rendered":"Die Spiele um die Berliner Meisterschaft 1928. II: 18. M\u00e4rz 1928"},"content":{"rendered":"<ul style=\"font-size: .8em; font-weight: bold;\">Die Spiele um die Berliner Meisterschaft 1928<\/p>\n<li><a href=\"https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/die-spiele-um-die-berliner-meisterschaft-1928-i-4-marz-1928\/\">Teil I: 4. M\u00e4rz 1928<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/die-spiele-um-die-berliner-meisterschaft-1928-ii-18-marz-1928\/\">Teil II: 18. M\u00e4rz 1928<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/die-spiele-um-die-berliner-meisterschaft-1928-iii-15-april-1928\/\">Teil III: 15. April 1928<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Das schlechte Horoskop<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr das R\u00fcckspiel prophezeit Mannschaftsarzt Dr. Adolf Wisotzki der Ersten Herren ein schlechtes Horoskop. <em>Schlecht war es um die Aussichten von TB zum zweiten Spiel bestellt, Schr\u00f6der durch Muskelriss au\u00dfer Gefecht gesetzt, Lux Beine nicht in Ordnung.<\/em> Dr. Wisotzki bes\u00e4nftigt das schlechte Omen und sein angeschlagenes Nervenkost\u00fcm mit Kaffee und Kuchen. <em>Einem on dit zufolge soll er es sehr gerne getan haben. Er nimmt auch jetzt schon Wetten f\u00fcr das dritte Spiel gegen Tennis an!<\/em><\/p>\n<p>Auch die Mannschaft arbeitet am Karma: Als sie 15:15 Uhr ins Stadion einmarschiert, verweigert sie das obligate Mannschaftsphoto. <em>Soll dies ein g\u00fcnstiges Omen sein?<\/em> P\u00fcnktlich gibt Schiedsrichter Zander unter dem Jubel der voll besetzten R\u00e4nge das Leder frei. <em>TB hat Ansto\u00df und nach kurzem Gepl\u00e4nkel im Felde muss Konni die erste Bombe von G\u00fclle halten.<\/em> Doch trotz leichter \u00dcberlegenheit der Herthaner steht die L\u00e4uferreihe der Veilchen wie <em>ein eherner Fels<\/em>.<\/p>\n<p>10 Minuten vor Abpfiff der ersten Halbzeit bekommt Hoffmann den Ball zugespielt, schiebt ihn nach innen, Hertha Keeper Gehlhaar verfehlt, <em>und unter einem Wust von Menschenleibern konnte Raue II ihn \u00fcber die Linie bef\u00f6rdern. Freude herrschte in Trojas Hallen, die aber bald einer tiefen Trauer weichen musste.<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Bei der Abwehr eines hohen Balles karambolierte Patrzek mit Lux, besinnungslos blieb der wackere Konni liegen, so da\u00df er auf einer Bahre ins Verbandszimmer fortgetragen werden mu\u00dfte. Neben dem gr\u00f6\u00dften Mitleid mit dem braven Patrzek bem\u00e4chtigte sich aller TB-Anh\u00e4nger eine unendliche Depression. Sollte Fortuna auch diesmal gegen uns sein; sollten sich auch diesmal alle guten Geister wider uns verschworen haben? Bis Halbzeit nahm Raue I den Posten zwischen den Pfosten ein, der Halbzeitpfiff erl\u00f6ste alle Zuschauer f\u00fcr einige Zeit von dem schweren Alp. Wird Patrzek wiederkommen oder wird TB. wieder auf 10 Mann reduziert, ihrer st\u00e4rksten Waffe beraubt, gegen den m\u00e4chtigen Gegner streiten m\u00fcssen? [&#8230;]. Eine Verletzung des Kiefers lag gl\u00fccklicherweise nicht vor, doch bestand noch ein schwerer Schockzustand und eine breit klaffende Kieferwunde. Sachgem\u00e4\u00dfe Hilfe und psychische Einwirkung verfehlten nicht ihre Wirkung, und nach 10 Minuten Erholung betrat Patrzek, am Kinn wie ein edles Renntier verpflastert, wieder das Spielfeld, aufs lebhafteste vom Publikum begr\u00fc\u00dft. Hanne Schr\u00f6der h\u00e4tte ihn am liebsten umarmt, er konnte sich \u00fcber Patrzeks Erscheinen gar nicht genug freuen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Als Veilchen Goalie Patrzek den Platz betrat, <em>war er von einem so selten herzlichen Beifall des \u2026 Publikums umbraust, dass er alles vergas und \u2013 l\u00e4chelte. Lachen konnte er nicht \u2013 daran hinderte ihn seine Kieferverletzung \u2013 so l\u00e4chelte er denn und gab seiner Freude Ausdruck \u00fcber die Anteilnahme der Sportkameraden.<\/em><\/p>\n<p>F\u00fcr dieses selige L\u00e4cheln ernannte ihn die Berliner Morgenpost zum ersten Preistr\u00e4ger im Sechs-Tage-L\u00e4cheln.<\/p>\n<p>Wie h\u00e4tte dieses Spiel noch verloren werden k\u00f6nnen? Gar nicht! Eine Viertelstunde vor Schluss nimmt Hertha-Keeper Gehlhaar den Ball auf. Die Gebr\u00fcder Raue spritzen heran, bedr\u00e4ngen ihn, <em>und zum Entsetzen der Hertha-Anh\u00e4nger lagen Torw\u00e4chter und Ball im Netz.<\/em> Tor! Tor! Tor!<\/p>\n<blockquote><p>Die Freudenszenen, die sich jetzt abspielten, lassen sich nicht beschreiben. Ich w\u00fcnschte, ich w\u00e4re ein Dichter, um sie in Worte und Verse kleiden zu k\u00f6nnen. H\u00fcte und Fahnen flogen, die Spieler umarmten sich, die Partie war gewonnen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Doch noch sind 15 Minuten zu spielen. Hertha dr\u00fcckt m\u00e4chtig, aber die Veilchen halten Stand.<\/p>\n<p>42te Minute. Konni verpasst einen hochspringenden Ball, Kirsei netzt m\u00fchelos ein. 2:1.<\/p>\n<blockquote><p>Wird Hertha noch aufholen? Eisern und fest wie eine Mauer stand die TB-Verteidigung, \u2026 noch 2 Minuten, noch eine, noch eine halbe \u2013 Schluss \u2013 Abpfiff! Gewonnen, gewonnen!<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Spiele um die Berliner Meisterschaft 1928 Teil I: 4. M\u00e4rz 1928 Teil II: 18. M\u00e4rz 1928 Teil III: 15. April 1928 Das schlechte Horoskop F\u00fcr das R\u00fcckspiel prophezeit Mannschaftsarzt Dr. Adolf Wisotzki der Ersten Herren ein schlechtes Horoskop. 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