{"id":2199,"date":"2017-04-09T12:41:41","date_gmt":"2017-04-09T10:41:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/?p=2199"},"modified":"2018-04-09T10:08:51","modified_gmt":"2018-04-09T08:08:51","slug":"an-der-spandauer-bruecke-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/an-der-spandauer-bruecke-13\/","title":{"rendered":"An der Spandauer Br\u00fccke 13"},"content":{"rendered":"<p><strong>Am 9. April 1902 wurde Tennis Borussia gegr\u00fcndet<\/strong><\/p>\n<p>Mittwoch, 9. April 1902. Reichskanzler von B\u00fclow reist \u00fcber Venedig nach Wien, um den Dreibund zu erneuern. Auf den Berliner Stra\u00dfen herrscht die Tollwut, die Beh\u00f6rden diskutieren ein generelles Hundeverbot, und Professor Peter Austen macht sich \u00fcber die Abfallverwertung Gedanken, \u201e[\u00fc]berhaupt schlummern in den Abf\u00e4llen der Gro\u00dfst\u00e4dte Riesensch\u00e4tze, die nur der Hebung harren.\u201c<\/p>\n<p>Besser riecht es abends im Saal des Prinz-Albrecht-Hotels in der Prinz-Albrechtstra\u00dfe, der sp\u00e4teren Niederkirchnerstra\u00dfe in Mitte. In 32 Jahren wird sich hier die Reichsf\u00fchrung SS einquartieren. Doch heute Abend trifft sich die feine Gesellschaft zum ersten Berliner Chuk-Chuk-Turnier, einer Indoor-Variante des Curling. \u201eDamen in grande toilette und lawn tennis, Herren in Frack und Smoking und eine betr\u00e4chtliche Anzahl Offiziere\u2026\u201c Als Sieger geht eine \u201ekombinirte(sic!) Englische Mannschaft\u201c aus dem Turnier.<\/p>\n<p>Etwa zeitgleich beraten weiter n\u00f6rdlich im Bezirk Mitte in einer Konditorei zw\u00f6lf junge Pipl ihre sportliche Freizeitgestaltung. An der Spandauer Br\u00fccke \u2013 als Scharnier eingeklemmt zwischen dem preu\u00dfischen Herrschaftszentrum s\u00fcdlich und westlich und dem Scheunenviertel einen Steinwurf \u00f6stlich \u2013 ist im Jahr 1902 einer der widerspr\u00fcchlichsten Orte in Berlin. Im Westen der Berliner Dom, die Nationalgalerie, die B\u00f6rse zwei Gehminuten in der Burgstra\u00dfe, die Garnisonskirche in der Neuen Friedrichstra\u00dfe. Der Hackesche Markt, Bahnhof B\u00f6rse, hei\u00dft der Stadtbahnhof damals, ist ein beliebtes Gesch\u00e4fts- und Einkaufszentrum, auf das An der Spandauer Br\u00fccke f\u00fchrt, wenn man die Stra\u00dfe aus dem S\u00fcden kommend entlangschlendert. H\u00e4lt man sich allerdings \u00f6stlich, nimmt den Abzweig rechts in die Stra\u00dfe An der Stadtbahn (sp\u00e4ter Dircksenstra\u00dfe), erreicht man in weniger als drei Minuten die M\u00fcnzstra\u00dfe und in vier, f\u00fcnf gem\u00fctlichen Minuten die Grenadierstra\u00dfe (heute: Almstadtstra\u00dfe). \u201e[P]l\u00f6tzlich war ich mitten in Berlin, in einer Gegend wie in Lemberg\u201c, beschreibt der Schauspieler Alexander Granach seine \u00dcberraschung, als es ihn im Jahr 1906 hierhin verschlug. \u201eKleine, enge, finstere G\u00e4sschen mit Obst- und Gem\u00fcsest\u00e4nden an den Ecken. Frauen mit bemalten Gesichtern, mit gro\u00dfen Sch\u00fcsseln in den H\u00e4nden strichen herum, wie in der Zosina-Wolja-Gasse in Stanislau oder in der Spitalna in Lemberg. Viele L\u00e4den, Restaurants, Eier-, Butter-, Milchgesch\u00e4fte, B\u00e4ckereien mit der Aufschrift \u201aKoscher\u2018. Juden gingen umher, gekleidet wie in Galizien, Rum\u00e4nien und Russland.\u201c Bereits 1773 hatte K\u00f6nig Friedrich Wilhelm I. allen Berliner Juden ohne eigenes Haus den Umzug ins Scheunenviertel befohlen. Seinen Namen hatte das Quartier von den landwirtschaftlichen Nutzgeb\u00e4uden, den H\u00fctten, den Stallungen und Scheunen, die aus Brandschutzgr\u00fcnden au\u00dferhalb der Stadtmauern errichtet worden waren. 1902 sind die Scheunen l\u00e4ngst den Mietskasernen gewichen, gleichwohl ist das Scheunenviertel vor allem eines \u2013 ein Elendsquartier. Um 1900 leben hier viele Arbeiter der Zigarettenfirmen Manoli, Garbaty und Muratti, schreibt die Historikerin Anne-Christin Sa\u00df. Eine erste gro\u00dfe ostj\u00fcdische Einwanderung ins Quartier setzt allerdings erst 1905 ein, als nach der gescheiterten Revolution viele Juden aus Russland fliehen m\u00fcssen, weil die kollektive Wut ihr M\u00fctchen an Juden als den S\u00fcndenb\u00f6cken k\u00fchlt. Auch nach dem Ersten Weltkrieg m\u00fcssen viele Juden aus ganz Osteuropa vor blutigen Pogromen fliehen. Sie sind auch in Berlin nicht \u00fcberall willkommen, Ostjuden wird von vielen Zeitgenossen als Schimpfwort verwendet, und das Scheunenviertel ger\u00e4t zum symboltr\u00e4chtigen Ort der Ostjudengefahr, wie es im Amtsjargon hei\u00dft, n\u00e4mlich als Zentrum der \u201ein Berlin ihr Unwesen treibenden polnischen und gallizischen Juden.\u201c Tats\u00e4chlich jedoch sind Mitte der 1920er Jahre etwa in der Grenadierstra\u00dfe nur rund ein Drittel der Bewohner j\u00fcdisch. Aber, so notiert es der Schriftsteller Joseph Roth in einem seiner Feuilletons 1920, \u201edas Elend sieht man doppelt, dreifach, zehnfach.\u201c Aus seiner Feder stammen einige der eindringlichsten Beschreibungen von Not und Jammer und Angst der j\u00fcdischen Einwanderer aus dem Osten. Die meisten, die kommen, betrachten Berlin nur als Durchgangsstation auf dem Weg in den Westen, dennoch stranden viele dauerhaft im Scheunenviertel.<\/p>\n<p>An der Spandauer Br\u00fccke prallen wie nirgendwo anders im Kaiserreich Welten aufeinander, das preu\u00dfische Herrschaftszentrum, Armut und Elend von Arbeitern und Einwanderern und schlie\u00dflich die sich rasant entwickelnde st\u00e4dtische Vergn\u00fcgungs- und Freizeitkultur.<\/p>\n<div id=\"attachment_2201\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2201\" class=\"size-full wp-image-2201\" src=\"https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/files\/2017\/04\/01405003X_1902_2822.jpg\" alt=\"An der Spandauer Br\u00fccke. Illustration: Adressbuch f\u00fcr Berlin und seine Vororte. 1902. Unter Benutzung amtlicher Quellen. III. Stra\u00dfen und H\u00e4user von Berlin. Berlin 1902.\" width=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/files\/2017\/04\/01405003X_1902_2822.jpg 666w, https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/files\/2017\/04\/01405003X_1902_2822-620x1071.jpg 620w, https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/files\/2017\/04\/01405003X_1902_2822-58x100.jpg 58w\" sizes=\"(max-width: 666px) 100vw, 666px\" \/><p id=\"caption-attachment-2201\" class=\"wp-caption-text\">An der Spandauer Br\u00fccke. Illustration: Adressbuch f\u00fcr Berlin und seine Vororte. 1902. Unter Benutzung amtlicher Quellen. III. Stra\u00dfen und H\u00e4user von Berlin. Berlin 1902.<\/p><\/div>\n<p>Dennoch \u2013 oder gerade deswegen \u2013 ist An der Spandauer Br\u00fccke eine der besseren Wohn- und Gesch\u00e4ftsstra\u00dfen. Hier lebt eine gro\u00dfe Zahl an Fabrikanten, Kaufleuten, \u00c4rzten, Justizr\u00e4ten, Rechtsanw\u00e4lten, Ingenieuren, Baumeistern, Handwerksmeistern, aber nur eine kleine Gruppe an kleinen und mittleren Angestellten. An Gewerbe weist das Adressbuch des Jahres 1902 eine Lederhandlung aus (Hausnummer 1), eine Colonialwarenhandlung, eine Pelzwarenhandlung und einen Zahnarzt (1a), eine Postkartenhandlung (1b), das Kaufhaus Th. B\u00fcsing (2), eine Getreidehandlung (2) und eine Obsthandlung (2), die Berliner Bock-Brauerei Aktien Gesellschaft in den Stadtbahnb\u00f6gen (3), das Central-Credit-Haus (4-5), eine Papierhandlung (4-5), einen Zahnarzt (4-5), eine Knopfhandlung und eine Colonialwarenhandlung (4-5), eine Waffenhandlung (6), den Bund der Bau-, Maurer- und Zimmermeister zu Berlin (6), einen Arzt (6), eine Druckerei (6), eine Cognac-Brennerei (6), ein Exportgesch\u00e4ft (6), eine Kohlenhandlung (6), ein Zigarren-Importgesch\u00e4ft (6) und eine Eisenwarenhandlung (6), eine Wei\u00dfwarenhandlung (also ein Unterw\u00e4schegesch\u00e4ft in Hausnummer 7), eine Gravieranstalt (7), eine Weinhandlung (7), eine Baumwollhandlung (7) und eine G\u00e4rtnerei (7), eine Huthandlung (8), ein Agenturgesch\u00e4ft (8), eine Holzhandlung (8), einen Friseur (8), zwei Putzhandlungen (also Kleidungsh\u00e4ndler, meist f\u00fcr gehobene Damenw\u00e4sche, beide in Hausnummer 8) und ein Zahnarzt (8), eine Filiale der Berliner Wohnungs-Zeitung (9) und eine Zigarrenhandlung (9), ein L\u00e4dchen f\u00fcr Kinderkleidung (10) und einen Schuhwarenladen (10), eine Konfit\u00fcrenhandlung (11), einen Laden f\u00fcr photographische Apparate (11) und einen Goldenwarenladen (11), das Bankgesch\u00e4ft Delmonte und Co. (12), eine Manufakturwarenhandlung (12), ein Getreidegesch\u00e4ft (12) sowie einen Frauen- und Herren-Austatter (12), das Bankgesch\u00e4ft Abrahamsohn (13), die Kontroll-Reklame-Kasse GmbH in Liquidation (13), eine Huthandlung (13) und einen Friseur (13), eine Huthandlung (14), eine Putzhandlung (14) sowie eine Niederlassung der Uhrenfabrik Halbmond und Stern GmbH (14), eine Drogenhandlung (also eine Apotheke und Drogerie in Hausnummer 15) und eine Buchdruckerei (15) sowie schlie\u00dflich in Haus Nummer 16 einen Friseur, eine Obsthandlung und eine Partiewarenhandlung (also einen Klein- &amp; Gemischtwarenhandel).<\/p>\n<p>In den S-Bahnb\u00f6gen, An der Spandauer Br\u00fccke 3, finden sich die Deutschen Konzert-Hallen, ein beliebtes Ausgehlokal, das musikalische Unterhaltung und gutb\u00fcrgerliche K\u00fcche zum moderaten Preis verbindet, \u201ePotage \u00e0 la jardini\u00e8re, Russische Eier, Rosenkohl mit Schnitzel, Hammelbraten, Compot oder Salat, Pudding \u00e0 la Richelin. \u00c0 la bonne heure!\u201c, f\u00fcr zusammen 79 Pfennige, so ein F\u00fchrer durch die Berliner Am\u00fcsiermeilen des Jahres 1895, \u201e[d]as l\u00e4sst man sich gefallen.\u201c Unter jedem der insgesamt sieben S-Bahnb\u00f6gen vergn\u00fcgt derweil ein anderes Programm die G\u00e4ste. Von klassischer Musik \u00fcber internationale wie nationale Folklore zu komischen Darbietungen, jeder Besucher kommt auch akustisch auf seine Kosten. Hier trifft der K\u00f6lner Bildungsb\u00fcrger, zu Gast in Berlin, auf kleine Angestellte aus der gesamten Hauptstadt. \u201eWie reizend sie sind! Besonders die blonde Erna gef\u00e4llt Herrn Schmitz\u201c, so viel Frivolit\u00e4t gestattet sich der F\u00fchrer durchs Berliner Nachtleben um die Jahrhundertwende, \u201e[e]r wird sie wieder treffen, morgen Abend 8 Uhr in den Deutschen Konzerthallen, Bogen No. 7.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr den ordnungsgem\u00e4\u00dfen Ablauf des Am\u00fcsier- und Gesch\u00e4ftsbetriebs sorgt die Polizeiwache 16 an der Kreuzung Rosenthaler und Spandauer Br\u00fccke.<\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich buhlen zwei Konditoreien An der Spandauer Br\u00fccke um Kundschaft.<\/p>\n<p>Die Konditorei Salis Nachfahren mit der Hausnummer 7 wird nach dem Ersten Weltkrieg von Isidor Dobrin \u00fcbernommen. Sein Bruder Moritz und er betreiben au\u00dferdem ein Caf\u00e9 am Spittelmarkt, eines in der Friedrichstra\u00dfe 114a, eines am Kurf\u00fcrstendamm sowie in der Jerusalemer Stra\u00dfe 1. Stadtbekannt werden die Dobrinschen Konditoreien und Caf\u00e9s, weil in ihnen erstmalig in Berlin Espresso serviert wird. \u201eDie Kaffeeh\u00e4user der Gebr\u00fcder Dobrin galten als noble Adressen\u201c, schreibt die Historikerin Anja Reuss, \u201ewo die Bediensteten am Tag wei\u00dfe und nachts schwarze Arbeitskleidung trugen.\u201c Im Bildarchiv der Stiftung Preu\u00dfischer Kulturbesitz gibt es ein Foto, das die Sch\u00e4den zeigt, die das November-Pogrom von 1938 hinterlassen hatte. Die Nacht vom 9. auf den 10. November ging euphemistisch als \u201eReichskristallnacht\u201c in die Geschichtsb\u00fccher ein. Von den Nationalsozialisten organisiert ziehen damals im gesamten Dritten Reich w\u00fctende SA-Meuten durch die St\u00e4dte, verw\u00fcsten j\u00fcdische Gesch\u00e4fte, stecken Synagogen in Brand und morden. Bis zu 1.500 Menschen fallen in dieser Nacht dem antisemitischen Mob zum Opfer. Mit gezogener Waffe steht in den Morgenstunden zum 10. November Otto Bellgardt, ein Polizist von Wache 16, vor der Neuen Synagoge in der Oranienburger Stra\u00dfe, h\u00e4lt die Menschenmenge in Schach und erm\u00f6glicht so, dass die Feuerwehr das Schlimmste verhindern kann. Zusammen mit seinem Kollegen Willi Steuck gibt Bellgardt seit 1943 bis zu seiner Ermordung durch ein Standgericht der SS am 23. April 1945 regelm\u00e4\u00dfig gef\u00e4lschte Papiere an J\u00fcdinnen und Juden aus und warnt j\u00fcdische Bewohner seines Reviers vor Deportationen. Auch von anderen Beamten der Wache 16 kommen immer wieder warnende Hinweise.<\/p>\n<p>Die zerschlagenen Scheiben der Konditorei von Isidor Dobrin sind auf dem Foto, aufgenommen unmittelbar nach der Pogromnacht, deutlich sichtbar. Sein Name weithin lesbar \u00fcber der T\u00fcr. Auch das ist eine Ma\u00dfnahme der Nazis, denn die Namen der Inhaber sollen die \u201earische\u201c Bev\u00f6lkerung von j\u00fcdischen Gesch\u00e4ften fern halten. Bis zu seiner Arisierung 1943 ist das Caf\u00e9 ein beliebter Treffpunkt vor allem f\u00fcr j\u00fcdische Teenager, denen seit den N\u00fcrnberger Gesetzen von 1935 der Aufenthalt in arischen Einrichtungen bei schweren Strafen verboten ist. Isidor Dobrin wird am 12. Januar 1943 nach Auschwitz deportiert.<\/p>\n<p>\u00dcber die Conditorei Schmidt, An der Spandauer Br\u00fccke 13, ist weitaus weniger \u00fcberliefert. Hausnummer 13 liegt etwa auf der der halben Strecke zwischen Neuer Friedrichstra\u00dfe und der Stadtbahn, von der Neuen Friedrichstra\u00dfe kommend auf der linken Stra\u00dfenseite. Dieser Stra\u00dfenabschnitt ist etwas weniger exklusiv als die Lage der Konkurrenz mit der Hausnummer 7, unmittelbar am Hackeschen Markt. Bank, Huthandlung und Friseur; die GmbH befindet sich in Abwicklung \u2013 angesichts der weiteren und engeren Nachbarschaft liegt man allerdings mit der Annahme sicher nicht falsch, dass wohl auch das von E. Schmidt betriebene Caf\u00e9 durchaus gehobenen Anspr\u00fcche gen\u00fcgen will. An diesem Mittwochabend, den 9. April, sitzen sich hier zw\u00f6lf junge Herren gegen\u00fcber. Da sind die Vertreter der Kameradschaftlichen Vereinigung \u201eBorussia\u201c und jene von der Berliner Tennis- und Ping-Pong-Gesellschaft. Alfred Lesser, zum Beispiel, ein schmaler junger Mann von 19 Jahren, der einen gewaltigen Schnauz tr\u00e4gt. Die 19 und 21 Jahre alten Br\u00fcder Paul und Richard B\u00f6hme. Jakob Holzer, Ferdinand Gruber, Hans W. M\u00fcller, Rudolf Gottlieb, Paul und Reinhold Greppert; die Namen der anderen drei Teilnehmer der abendlichen Runde sind nicht \u00fcberliefert. Die jungen M\u00e4nner kennen sich vom Fu\u00dfballclub Rapide, und mit angemessenem Ernst wird eine gewichtige Entscheidung getroffen. Gibt es eine gemeinsame sportliche Zukunft? Die Frage war bereits in einer Reihe von Vorgespr\u00e4chen debattiert worden, heute wird die Namensfrage gekl\u00e4rt und wer welche Funktion \u00fcbernehmen soll. Schlie\u00dflich f\u00e4llt die Einigung nicht schwer. Der Verein erblickt als Berliner Tennis- und Ping-Pong-Gesellschaft \u201eBorussia\u201c mit dem Vorsitzenden Richard B\u00f6hme das Licht der Welt. \u201e[D]iese Sitzung darf man als eine denkw\u00fcrdige bezeichnen\u201c, schreibt der erste Vorsitzende Richard B\u00f6hme 25 Jahre sp\u00e4ter im \u00e4ltesten erhaltenen Bericht \u00fcber die Gr\u00fcndung des Clubs, und w\u00e4hrend sich die feine Gesellschaft im Prinz-Albrecht-Hotel noch um die Einf\u00fchrung eines Sports mit komischen Namen bem\u00fcht, verlassen gegen 21:00 Uhr zw\u00f6lf junge Herren frohen Mutes die Konditorei E. Schmidt. Sie haben einen Club gegr\u00fcndet, dessen Namen 115 Jahre sp\u00e4ter vielen ebenfalls seltsam anmutet. Tennis Borussia Berlin.<\/p>\n<ul>LESETIPP<\/p>\n<li>Anne-Christin Sa\u00df: Berliner Luftmenschen. Osteurop\u00e4isch-j\u00fcdische Migranten in der Weimarer Republik. G\u00f6ttingen 2012.<\/li>\n<li>Michael Bienert: Joseph Roth in Berlin. Ein Lesebuch f\u00fcr Spazierg\u00e4nger. K\u00f6ln 1999<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/&gt;www.berlin-minsk.de\/print.php?newgb_id=63\">www.berlin-minsk.de\/print.php?newgb_id=63<\/a><br \/>\nEin herzliches Dankesch\u00f6n f\u00fcr die Unterst\u00fctzung an Anja Reuss!<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am 9. April 1902 wurde Tennis Borussia gegr\u00fcndet Mittwoch, 9. April 1902. Reichskanzler von B\u00fclow reist \u00fcber Venedig nach Wien, um den Dreibund zu erneuern. Auf den Berliner Stra\u00dfen herrscht die Tollwut, die Beh\u00f6rden diskutieren ein generelles Hundeverbot, und Professor Peter Austen macht sich \u00fcber die Abfallverwertung Gedanken, \u201e[\u00fc]berhaupt schlummern in den Abf\u00e4llen der Gro\u00dfst\u00e4dte [&hellip;]","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[908,912,913,560,918,905,911,915,919,917,916,213,921,910,922,439,920,914,909,903,907],"class_list":["post-2199","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-geschichten","tag-19-april-1902","tag-19-04-1902","tag-an-der-spandauer-bruecke-13","tag-berliner-tennis-und-ping-pong-gesellschaft-borussia","tag-ferdinand-gruber","tag-fussball","tag-gruendung","tag-hackescher-markt","tag-hans-w-mueller","tag-jakob-holzer","tag-konditorei-schmidt","tag-paul-bohme","tag-paul-greppert","tag-ping-pong","tag-reinhold-greppert","tag-richard-bohme","tag-rudolf-gottlieb","tag-scheunenviertel","tag-tebe","tag-tennis","tag-tennis-borussia"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2199","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2199"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2199\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2219,"href":"https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2199\/revisions\/2219"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2199"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2199"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2199"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}