{"id":2250,"date":"2018-06-07T11:26:14","date_gmt":"2018-06-07T09:26:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/?p=2250"},"modified":"2018-06-07T11:26:14","modified_gmt":"2018-06-07T09:26:14","slug":"peter-eggert-1943-2018-das-tebe-urgestein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/peter-eggert-1943-2018-das-tebe-urgestein\/","title":{"rendered":"Peter Eggert (1943-2018) \u2013 das TeBe-Urgestein"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_2253\" style=\"width: 1510px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2253\" src=\"https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/files\/2018\/06\/TeBe_-_Bayern-M\u00fcnchen_2zu2_2Nov74_b.jpg\" alt=\"\" width=\"1500\" height=\"1141\" class=\"size-full wp-image-2253\" srcset=\"https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/files\/2018\/06\/TeBe_-_Bayern-M\u00fcnchen_2zu2_2Nov74_b.jpg 1500w, https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/files\/2018\/06\/TeBe_-_Bayern-M\u00fcnchen_2zu2_2Nov74_b-620x472.jpg 620w, https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/files\/2018\/06\/TeBe_-_Bayern-M\u00fcnchen_2zu2_2Nov74_b-768x584.jpg 768w, https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/files\/2018\/06\/TeBe_-_Bayern-M\u00fcnchen_2zu2_2Nov74_b-1024x779.jpg 1024w, https:\/\/www.tebe.de\/geschichten\/files\/2018\/06\/TeBe_-_Bayern-M\u00fcnchen_2zu2_2Nov74_b-100x76.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><p id=\"caption-attachment-2253\" class=\"wp-caption-text\">2. November 1974: Zum Entsetzen der Bayern gleicht Peter Eggert in den letzten Minuten zum 2:2 aus. Foto: FMS; Archiv Buschbom.<\/p><\/div>\n<p><strong>Von Jens Schleifenbaum<\/strong><\/p>\n<p>\u201e\u2026 und das dem \u00fcberragenden Eggert das 2:1 f\u00fcr die Berliner gelang, war besonders erfreulich. Der dienst\u00e4lteste Borusse machte sich drei Tage vor seinem 31.Geburtstag damit selbst ein vorzeitiges Geschenk.\u201c So stand es im Tagesspiegel vom 06.06.1974, und so empfanden es 18.000 Zuschauer (andere Quellen sprechen von 16.000 bzw. 20.000 Besuchern) im Poststadion nach dem 3:1-Sieg \u00fcber den FC St. Pauli. Dieser Sieg bedeutete den Aufstieg in die 1. Bundesliga \u2013 nach vielen Anl\u00e4ufen des Vereins und von Peter Eggert. <\/p>\n<p>Peter, geboren am 08.06.1943, 1,84 gro\u00df und gelernter Schiffsbauer, wechselte 1963 aus Lauenburg an der Elbe, einem Ort in Schleswig-Holstein, nach Berlin und spielte anfangs f\u00fcr die Lila-Wei\u00dfen in der \u2013 nach Einf\u00fchrung der Bundesliga \u2013 zweitklassigen Regionalliga Berlin.<\/p>\n<p>Schon als kleiner Junge hatte er mit dem Fu\u00dfballspiel begonnen. Aber seine berufliche Zielstrebigkeit und reichlich Arbeit im Elternhaus lie\u00dfen nicht viel Zeit \u00fcbrig f\u00fcr sein Hobby. Einem Spielerportrait im BorussenEcho vom 06.11.1976 l\u00e4sst sich auch entnehmen, dass ihn die Abenteuerlust nach bestandener Gesellenpr\u00fcfung nach Berlin trieb. In der Amateurmannschaft erkannte man seine kompromisslose H\u00e4rte und seine Kopfballst\u00e4rke, Trainer \u201eSpinne\u201c Siegert holte ihn schlie\u00dflich in die sogenannte Vertragsligamannschaft.  <\/p>\n<p>Im Jahr 1965 durfte sich Peter erstmalig in der Aufstiegsrunde versuchen. Gegen Bayern M\u00fcnchen und dessen torgef\u00e4hrlichen St\u00fcrmer Gerd M\u00fcller, der noch am Anfang seiner gro\u00dfartigen Karriere stand, den FC Saarbr\u00fccken und Alemannia Aachen bestritt er alle sechs Spiele; f\u00fcr TeBe war allerdings nicht viel zu holen. Jens Pr\u00fc\u00df schrieb jedoch im Buch \u201eUlrich Homann, H\u00f6llenglut an Himmelfahrt, Die Geschichte der Aufstiegsrunden zur Fu\u00dfballbundesliga 1963-1974\u201c: \u201eSchon dabei und in diesem Spiel [gemeint ist das 0:2 an der Gr\u00fcnwalder Stra\u00dfe in M\u00fcnchen] einer der besten Borussen: Peter Eggert als rechter L\u00e4ufer. Niemand au\u00dfer ihm war neun Jahre sp\u00e4ter beim gro\u00dfen Triumph noch dabei.\u201c<\/p>\n<p>Mit den sp\u00e4ter prominenten Mitspielern Damjanoff (Hannover 96) und Gersdorff (Braunschweig, Bayern M\u00fcnchen) unternahm Peter 1967 den n\u00e4chsten Versuch, TeBe beendete die Gruppenphase jedoch wieder als Letzter. 1968 erzielte man immerhin 7:9 Punkte, was aber auch nur zum vorletzten Platz reichte. Immer mit an Bord: Unser Schiffsbauer. Auch 1970 sollte es nicht klappen. Mitspieler waren zu dieser Zeit neben Axel Lange, Hans (\u201eHanne\u201c) Weiner (Hertha BSC, Bayern M\u00fcnchen) und Horst Lunenburg. <\/p>\n<p>Vor Beginn der Saison 73\/74 befand sich TeBe in einer gewissen Zwangslage. Man musste aufgrund hoher Investitionen zumindest den Sprung in die neue 2. Bundesliga schaffen. 1972 hatte man sich bereits mit Torwart Birkenmeyer (Freiburger FC), Adler (Hessen Kassel) und Subkleve (Rapide Wedding) immens verst\u00e4rkt, zu Beginn der Saison hatten die M\u00e4zene noch einmal tief in den Geldbeutel gegriffen. Torj\u00e4ger Stolzenburg (Hertha Zehlendorf) wechselte zu den Borussen, gleiches taten der \u201eBayer\u201c Sprenger (Wacker 04), Schulz (Tasmania 1900), der geb\u00fcrtige Berliner Siegmann (VFB Stuttgart) und Hoffmann (Spandauer SV). <\/p>\n<p>In die Aufstiegsrunde zur ersten Bundesliga startete man als glatter Au\u00dfenseiter. Oberhausen wollte zur\u00fcck ins Oberhaus, Augsburg \u2013 mit dem Italien-R\u00fcckkehrer Haller \u2013 und die Borussia aus Neunkirchen galten als sch\u00e4rfste Konkurrenten. Trainer Gawliczek war jedoch der Meinung, dass in Gruppe 2 jeder jeden schlagen k\u00f6nne. <\/p>\n<p>Peter Eggert, aus einer schweren Verletzung kommend (Kreuzb\u00e4nderriss und Abriss beider Menisken!), war als St\u00fctze der Abwehr vorgesehen. Im jungen Team spielten ein Lehrer, ein Kaufmann, diverse Versicherungskaufm\u00e4nner, mehrere Studenten und mit dem Reservetorwart Wittke ein Positiv-Retoucheur sowie mit St\u00fcrmer Subklewe ein gelernter Brauer.<\/p>\n<p>Zu Beginn gab es ein m\u00fcdes 0:0 gegen die Saarl\u00e4nder (Peter spielte verletzungsbedingt nicht), dem ein beachtliches 2:2 in Augsburg folgte (im \u00dcbrigen das erste TeBe-Spiel, dem der Autor dieses Textes beiwohnte). Nach dem 3:1 -Sieg \u00fcber RWO und dem 2:0-Ausw\u00e4rtssieg in Hamburg keimten die ersten Aufstiegshoffnungen auf. Auch in Berlin erzielte man ein 2:2 gegen den S\u00fcdmeister, aus Neunkirchen kehrte man ebenfalls mit einem Punkt zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Und dann kam endlich Peters ganz gro\u00dfe Stunde. Schauplatz war das Poststadion, in dem die Zuschauer (inkl. des damals noch 11j\u00e4hrigen Autors und seines Vaters) einem Sieg gegen den Tabellenletzten entgegenfieberten.<\/p>\n<p>Die erste Halbzeit wurde von den Borussen jedoch verschlafen, was zu Pfiffen zur Halbzeitpause f\u00fchrte. Wollte TeBe etwa gar nicht aufsteigen? Die F\u00fchrung der St.Paulianer hielt bis zur 71. Minute, ehe dem eingewechselten \u201eSchwidro\u201c Schwidrowski der Ausgleich gelang.<\/p>\n<p>Dem gerade noch 30j\u00e4hrigen Peter war es dann vorbehalten, neun Minuten vor Schluss per Kopfball das Tor zur Bundesliga weit aufzusto\u00dfen. Hansi Sprenger legte noch nach\u2026 und dann folgte nach dem Schlusspfiff die gro\u00dfe \u00dcberraschung: Neunkirchen hatte gegen RWO verloren.<\/p>\n<p>Tennis Borussia war endlich im f\u00fcnften Anlauf in die Bundesliga aufgestiegen! Lohn harter Arbeit!<\/p>\n<p>Die damalige Mannschaft:<br \/>\nBirkenmeier, Hoffmann, Eggert, Siegmann, Mulack, Ferrin, Schulz, Adler, Thiel, Stolzenburg, Sprenger, eingewechselt: Schwidrowski und Schollbach<\/p>\n<p>Eine junge Mannschaft der \u201eNamenlosen\u201c hatte es als cleveres, spiel- und kampfstarkes Team geschafft, der erfahrene, robuste \u201eRecke\u201c Peter Eggert hatte der Mannschaft und der Abwehr Halt gegeben, der andere \u201eOldie\u201c J\u00fcrgen Rumor hatte sich leider im Spiel in Hamburg schwer am Meniskus verletzt.<\/p>\n<p>Nach dem Heimspiel gegen Augsburg res\u00fcmierte ein Kritiker: Eggert vollbrachte eine ausgezeichnete Leistung. Erstaunlich, wie gut er sich nach seiner schweren Verletzung erholt hat. <\/p>\n<p>Nun sollte es also u.a. gegen die M\u00fcnchner Bayern und gegen die Borussen aus M\u00f6nchengladbach gehen. Berlin-West freute sich auf Derbies, Hertha BSC hatte zu dieser Zeit ein starkes Team am Start. Peter (mittlerweile 31) bildete mit dem Neuzugang vom AC Mailand, Karl-Heinz Schnellinger (34), die Innenverteidigung der Borussen.<\/p>\n<p>Das Abenteuer konnte beginnen. Wie wir alle wissen: Es endete leider mit Platz 17, was im Hinblick auf die Unerfahrenheit und die finanziellen M\u00f6glichkeiten jedoch nicht allzu verwunderlich war. H\u00f6hepunkt f\u00fcr Peter war \u2013 bei elf Eins\u00e4tzen \u2013 sicherlich sein Kopfballtor gegen den FC Bayern zum 2:2 Ausgleich in der 87. Minute. <\/p>\n<p>In der 2. Bundesliga unter Trainer Johannsen war Peter (Libero) mit Norbert Siegmann (Vorstopper) aus der Innenverteidigung nicht wegzudenken. Man stieg mit 2 Punkten Vorsprung vor dem BVB aus Dortmund erneut auf, Norbert Stolzenburg wurde mit 27 Treffern Torsch\u00fctzenk\u00f6nig der Nord-Staffel. <\/p>\n<p>Im 13. TeBe-Jahr spielte der mittlerweile 33-J\u00e4hrige unter Gutendorf noch in der Hinrunde, die Neuzug\u00e4nge Hochheimer und Torwart Gro\u00df r\u00fcckten nun ins Team. Im November 1976 bestritt Peter sein letztes Bundesligaspiel. In Zeiten, in denen eine Rundum-Physio-Betreuung noch ein Fremdwort war, spricht dies f\u00fcr die gute k\u00f6rperliche Verfassung von Peter Eggert. Obwohl Peter ein sicherlich \u201eunangenehmer\u201c Gegenspieler war, galt er als harter, aber fairer Spieler. Gelbe Karten? Absolute Mangelware! Trotz spektakul\u00e4rer Gr\u00e4tschen, die heute aus der Mode gekommen sind. <\/p>\n<p>Und Peter blieb auch nach seiner Zeit als aktiver Spieler der Borussia treu. Hilfsbereit wie er war, engagierte er sich als Trainer, Co-Trainer, Betreuer \u2026 und anl\u00e4sslich eines Freundschaftsspiels in Augsburg mangels Torh\u00fctern als \u201eGoalie\u201c (ich war dabei\u2026).<\/p>\n<p>Peter war mit seiner sympathischen Frau Maren, die ebenfalls aus Lauenburg stammt, ab und an Gast im Mommsenstadion. Man konnte ihn \u2013 auch aus gr\u00f6\u00dferer Entfernung \u2013 sofort erkennen. Er hatte sich einfach gut gehalten. <\/p>\n<p>Zuletzt war er Zuschauer beim Spiel der Lila-Wei\u00dfen in Zehlendorf, wo er sich nach dem Spiel noch mit alten Mitspielern im Casino an alte Zeiten erinnerte.<\/p>\n<p>Mit Entsetzen haben wir kurz darauf erfahren m\u00fcssen, dass Peter verstorben ist. <\/p>\n<p>Alle, die Dich gekannt haben, werden Dich nicht vergessen! Unser tiefes Mitgef\u00fchl gilt seiner Ehefrau und seinen Angeh\u00f6rigen! Ruhe in Frieden!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Von Jens Schleifenbaum \u201e\u2026 und das dem \u00fcberragenden Eggert das 2:1 f\u00fcr die Berliner gelang, war besonders erfreulich. 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