Der Kapitän

Felix Krüger im Gespräch mit Sven Meyer

TeBe-Emblem

im Mommse: Hallo Sven, du bist in dieser Saison Kapitän. Wurdest du von der Mannschaft gewählt oder vom Trainer ernannt?

Sven Meyer: Das war eine Entscheidung vom Trainer. Er hat den Kapitän und den Mannschaftsrat bestimmt.

Wer sind die anderen Mitglieder des Mannschaftsrates?

Jens Manteufel, Jan Walle und André Vilk.

Am Sonntag bei den Hertha-Amateuren habt ihr etwas überraschend mit einer Dreier-Abwehrkette gespielt. War das der taktischen Ausrichtung auf den Gegner geschuldet oder der angespannten Personalsituation?

Nun, der Trainer hatte zunächst überlegt, Hertha ein bisschen zu überraschen und mit drei Stürmern ein agressives Pressing zu spielen. Dafür wollte er hinten nur mit drei Mann spielen. Das mit den drei Stürmern hat er sich dann anders überlegt, aber die Dreierkette ist geblieben. Ich weiß nicht, ob er auch die Dreierkette aufgeboten hätte, wenn Daniel Scheinhardt gesund gewesen wäre, aber ich denke, das hätte beides gut geklappt. Am Sonntag in der 89. Minute hätten wir mit Dreier-, Vierer- oder Fünferkette spielen können, einen solchen Fehler kannst du einfach nicht mehr kompensieren.

Ihr habt Euch am Sonntag etwa ab Mitte der zweiten Halbzeit etwas zurüchgezogen, so wenigstens mein Eindruck. Lag dem eine taktische Marschroute zu Grunde, wolltet ihr das 0:0 halten, oder war es vielleicht so, dass ihr gegen die De-Facto-Profis von Hertha auch eurer nicht ganz optimal verlaufenen Vorbereitung Tribut zollen musstet und konditionell nichts mehr zuzusetzen hattet?

Also Taktik war das nicht. Es war halt so, dass die Herthaner uns schon vorne unter Druck gesetzt und Pressing gespielt haben und wir uns praktisch nicht mehr befreien konnten und auch schlecht und etwas mutlos nach vorne gespielt haben. Man hatte ja in der ersten Halbzeit gesehen, dass die auch keine Übermannschaft sind, und wenn man die ein bisschen mehr beschäftigt hätte, dann hätte sicherlich mehr herausspringen können. Aber letztendlich hat uns dann vielleicht auch ein bisschen die Courage gefehlt. Wir hätten besser und effizienter nach vorne spielen müssen, dann hätten wir die Herthaner an diesem Tag auch schlagen können. Sie waren überlegen und haben sich am Ende durchsetzen können, aber das lag daran, dass wir so gut wie keine Entlastung hatten. Das Spielgeschehen hat sich dann ja fast nur noch in unserer Hälfte abgespielt bis auf zwei, drei Kontersituationen - und die muss man dann eben besser abschließen, wenn man gegen Hertha gewinnen will. Wenn man 0:0 spielen will, muss man eben 90 Minuten lang fehlerlos spielen.

Warum habt ihr am Sonntag in gelb gespielt? Gegen die weißen Herthaner wären doch die lila-weißen Trikots sogar ein besserer Kontrast gewesen.

Da bin ich der falsche Ansprechpartner. Das musst du Frankie (Zeugwart Frank Lange) fragen.

Einmal zurück zur letzten Saison: Da warst du nach einigen schwächeren Leistungen zum Saisonbeginn ganz schnell der Sündenbock für einige Fans. Hast du das mitgekriegt und wie bist du damit umgegangen?

Ich habe das schon mitbekommen. Es war ja auch so, dass meine Leistung in den ersten drei, vier Spielen der letzten Saison nicht dem entsprach, was ich selbst und was auch der Trainer von mir erwartet hatte. Nach einem der Heimspiele war ich dann ja mal drüben im Fanladen und habe da mit vielen Leuten lange gesprochen und danach war das eigentlich auch bereinigt. Wir sind da ganz offen miteinander umgegangen. Es ist natürlich schwer, wenn man erstmal in so eine Schublade gepresst worden ist, aber nach den ersten Spielen hatte ich mir auch von meiner Leistung her nichts mehr vorzuwerfen. Es gibt halt immer Leute, die finden einen toll, andere sehen einen kritischer. Vielleicht lag es bei mir auch an meiner Vergangenheit, dass ich vorher bei Hertha und Union gespielt hatte, mag sein. Ich hatte mir von meiner Leistung her dann zumindest nichts mehr vorzuwerfen. In dieser Saison kommt mir sicher entgegen, dass ich nicht mehr nur den freien Mann spiele, sondern meine Stärken im direkten Zweikampf einbringen kann. Ich hatte da am Anfang der vorigen Saison auch mit Trainer Ränke darüber gesprochen, denn ich hatte vorher in Oldenburg auch Manndecker gespielt. Ich war dort von Franz Gerber vom Liberoposten auf diese Position geholt worden und habe mich da sehr wohl gefühlt und gut gespielt. Und jetzt mit der Viererkette passt es auch. Ich fühle mich gut und immerhin haben wir gegen Hertha jetzt das erste Gegentor aus dem Spiel heraus bekommen - und so richtig herausgespielt war das ja auch nicht.

Wenn wir den Blick mal weg von deiner Person und hin zur ganzen Mannschaft wenden: Wie sieht da deine Zwischenbilanz nach dem sechsten Spieltag aus?

Ich denke, dass zu Beginn der Vorbereitung keiner damit gerechnet hat, dass wir nach sechs Spieltagen mit zehn Punkten sechster sind und gegen Hansa und Hertha jeweils nur denkbar knapp verloren haben. Viele Leute äußern sich ja sehr positiv, gerade über das Engagement und die Einstellung, aber man darf jetzt narürlich auch nicht zuviel erwarten. Wir haben jetzt natürlich für den Trainer und das Umfeld die Messlatte schon ziemlich hoch gelegt. Aber mit so einer jungen Mannschaft und einem nicht gerade üppigen Kader ist es auch schwer dieses Niveau zu halten. Ich denke, dass wir auf einem guten Weg sind. Aber die Erwartungen steigen halt auch immer ganz schnell und wenn man dann mal zwei Spiele verliert, ist alles gleich wieder Käse. Das geht ja immer ziemlich schnell. Also muss man realistisch bleiben. Das Ziel lautet erstmal einstelliger Tabellenplatz und dann muss man sehen, wie sich alles entwickelt. Vielleicht kriegen wir ja noch mal den einen oder anderen dazu, gerade im Offensivbereich könnte das nicht schaden. Wenn man zur Winterpause oben mitspielt, wird man vielleicht noch jemanden verpflichten, wenn man aber auf Platz zehn oder zwölf rumdümpelt, wird sich auch jeder sagen, was soll ich jetzt hier noch zusätzlich investieren.

(Frank Lange kommt herein)

Frankie, warum haben wir am Sonntag in gelb gespielt?

Frank Lange: Zuerst mal hat der Kollege von Hertha gesagt, sie spielen in weiß-blau. Außerdem hatten wir in gelb noch nicht gegen Hertha verloren, weder auf dem Feld noch in der Halle.

Danke Frankie und danke Sven.

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