Das erste Mal

Die Reise nach

war der erste von Tennis Borussia und er war der erste einer deutschen (am 5. April 1908 gegen die Schweiz). In der Festschrift zum 50jährigen Jubiläum des Berliner Tennis-Club „Borussia“ berichtet Fritz in Wort und Bild von der ersten Auswärtsfahrt der Tennis Borussen, die die Berliner Veilchen im Jahr nach Strelitz führte. TeBe-Geschichten dokumentiert.

Ein Zuschauer (nur soon paar kleene rotznäsije Meechens)

1904 fuhr die erste Fußballmannschaft nach Strelitz. 13 Tennis-Borussen trafen sich zu diesem Unternehmen an einem schönen Sonntagmorgen vor dem und zogen im Gänsemarsch, jeder seine Fußballtasche schleppend, durch die große Halle zum Zuge. Kaum waren wir abgefahren, als uns geheimnisvoll mitteilte, der käme bestimmt zum Spiele. Zur Bekräftigung seiner Worte zog er aus seiner Brieftasche irgendein Schriftstück und las uns vor, dass der Großherzog für den Sieger des Wettkampfes einen silbernen Pokal gestiftet hätte, und dass ihm während der Pause sämtliche Spieler vor der Ehrentribüne vorgestellt werden sollten. „Ihr könnt den Landesvater daran erkennen“, belehrte uns Lesser, „dass er so eine Art Federpuschel auf seinem Helm trägt. Ihr müsst ihn immer mit ‚Durchlaucht‘ anreden.“ Die ganze Fahrt über wurde nur noch von „Dörchläuchting“ gesprochen.

Voller Erwartung marschierten wir auf den außerhalb der Stadt gelegenen Fußballplatz. Aber wie wurden wir enttäuscht! Weder von einer Ehrentribüne, geschweige denn von „Dörchläuchting“ war die geringste Spur zu entdecken. Das Spielfeld glich einem hügeligen Kartoffelacker. Zuschauer waren kaum erschienen, „nur soon paar kleene rotznäsije Meechens“, um eine Kritik unseres Kameraden Markus über das Strelitzer Sportpublikum wiederzugeben.

Wir hatten Lesser furchtbare Rache angedroht, brauchten aber nicht selbst Hand an ihn zu legen, da das für uns der gegnerische Läufer und die beiden Verteidiger besorgten. Lesser wurde furchtbar zugerichtet. Aber auch unsere anderen vier Stürmer humpelten bald erheblich angeschlagen im Gelände umher. Der Kampf glich eher einem Rugbyspiel mit Box- und Ringkampfeinlagen, als einem Fußballmatch. Wir waren einer Niederlage nahe. , der diesmal so oft in den Sand gehauen hatte, statt den Ball zu treffen, verhalf uns trotz allen Missgeschickes doch noch zu einem knappen Siege.

Zerschunden und zerschlagen fuhren wir heimwärts. In einer Kneipe dicht am Stettiner Bahnhof kühlten wir unsere Wunden und feierten den Sieg. Unser Vorstand Richard Böhme aber, so erzählte man später, musste sich nach dieser Siegesfeier noch ein langes Verhör auf einem Polizeirevier in der Elsässer Straße gefallen lassen.

Paul Böhme versucht zu schießen (1). Walter Lutzenberger hält das ganze Spiel gegen Strelitz (2). Rüdiger (3).