Geschichten zu Fußball

Peter Eggert (1943-2018) – das TeBe-Urgestein

2. November 1974: Zum Entsetzen der Bayern gleicht Peter Eggert in den letzten Minuten zum 2:2 aus. Foto: FMS; Archiv Buschbom.

Von Jens Schleifenbaum

„… und das dem überragenden Eggert das 2:1 für die Berliner gelang, war besonders erfreulich. Der dienstälteste Borusse machte sich drei Tage vor seinem 31.Geburtstag damit selbst ein vorzeitiges Geschenk.“ So stand es im Tagesspiegel vom 06.06.1974, und so empfanden es 18.000 Zuschauer (andere Quellen sprechen von 16.000 bzw. [...]

„Lila-weiß ist …“

Mottofahrt nach Cottbus am 14. April 2000

Lila-weiß ist… na was? Okay, lila-weiß ist schwul! Das jedenfalls nahmen in den 1990er und 2000er Jahren mit unschöner Regelmäßigkeit gegnerische Fans an. Wo immer im Wirkungsbereich der Regionalliga Nordost Tennis Borussia auftauchte, schallte es den Veilchenfans bereits verächtlich entgegen. [...]

An der Spandauer Brücke 13

Am 9. April 1902 wurde Tennis Borussia gegründet

Mittwoch, 9. April 1902. Reichskanzler von Bülow reist über Venedig nach Wien, um den Dreibund zu erneuern. Auf den Berliner Straßen herrscht die Tollwut, die Behörden diskutieren ein generelles Hundeverbot, und Professor Peter Austen macht sich über die Abfallverwertung Gedanken, „[ü]berhaupt schlummern in den Abfällen der Großstädte Riesenschätze, die nur der Hebung harren.“

Besser riecht es abends im Saal des Prinz-Albrecht-Hotels in der Prinz-Albrechtstraße, der späteren Niederkirchnerstraße in Mitte. [...]

Hollstein, Walter

Trainer 1927/28

Walter Hollstein übernimmt den Trainerposten von Sepp Herberger. Leider sind die Quellen zu seinem Wirken im Verein recht schweigsam.

Das Protokoll der Mitgliederversammlung am 28. Juni 1927 berichtet, dass die Übungsleitung nach der Berufung Otto Nerz‘ als Reichtrainer auf Herberger übergeht. [...]

Mutmaßungen über Tennis

Die VBB-Meisterschaft 1931/32

Aber Tennis ist immer als Zweiter über die Gerade gegangen.

Von 1925 an gelingt den Lila-Weißen drei Jahre lang nur die Vizeabteilungsmeisterschaft, 1925 hinter Alemannia, und 1926 und 1927 hatten die Veilchen das Pech, in der zweigleisigen Berliner Oberliga in einer Abteilung mit Hertha  BSC anzutreten. [...]

Da hast Du wieder Recht!

Die erste Auslandsreise nach dem Krieg führt die Veilchen Weihnachten 1952 nach Spanien, u. a. zu Atlético Madrid am ersten Weihnachtsfeiertag.

Pepe Junik ist tot. Er verstirbt am 1. Dezember 1952 an den Folgen eines Motorradunfalls. Am 13. hätte Pepi seinen 33ten Geburtstag gefeiert, und so wird die Weihnachtsfeier 1952 eine traurige Veranstaltung. [...]

Sehr wild halblinks

Rapid Wien, Ernst Lemmer und TeBe

Wenn die Wiener Schule zum Stelldichein bittet, freuen sich die Gegner auf ein munteres Tänzchen. Doch die führende Wiener Elf machte an diesem Freitag, den 11. April 1952, einmal mehr klar, dass sie die typische Wiener Schule durch einen klugen und gekonnten Zweckmäßigkeitsfußball ersetzt. [...]

Reichlich Pech, aber auch etwas Unvermögen

24. April 1927: TeBe vs. SpVg Fürth

Vivat, crescat, floreat Tennis-Borussiae! Samstag, 9. April 1927, Ort der Handlung ist zum ersten Male die neue Halle des Post-Stadions. Ganz im Geist der Gründerjahre begeht ein kleiner Kreis aus Spielern und Funktionären der ersten Stunde das inoffizielle 25jährige Jubiläum der Lila-Weißen. [...]

Wenn der Himmel nicht mehr weint

Das „Skandalspiel“ TeBe gegen Preußen Münster, 10. Juni 1951.

Halleluja Horst! Irgendwie angelt sich Schmutzler hart an der Mittelfeldlinie einen Querpass von Warstat und startet durch. Vorbei an der verdutzten Hintermannschaft der Preußen aus Münster, vorm Strafraum bedrängt nur durch Rickmann. [...]

Eisern stehen die Veilchen

Wilde, der Spielmacher. Verletzt. Steinbeck, der überragende Goalie. Verletzt. Wer kann, wer wird auflaufen, wenn die Veilchen zum Rückspiel in der Deutschen Meisterschaft 1950/51 auf den HSV treffen? Bange Fragen.

Pech hatten die Veilchen in ihren bisherigen Begegnungen gehabt. Die Gruppe 2, in der die Veilchen auflaufen, ist besonders hochkarätig besetzt: Preußen Münster, Hamburger Sportverein, 1. [...]

Eine treue Seele aus Köpenick

Tennis Borussia erinnert sich an Rudolf Deinert

Beinahe wäre er Weltmeister geworden. Rudolf Deinert steht 1954 auf dem Zettel von Bundestrainer Herberger, und als sich der gesetzte Rechtsverteidiger Retter verletzt, wäre Rulle, wie sie ihn nennen, am Zug. Aber Herberger entscheidet sich gegen ihn und lässt stattdessen einen Linksverteidiger auflaufen. [...]

Elf Freunde!

Der erste Fußball-Trainer Deutschlands, Richard Girulatis, war der erste Trainer der Berliner Veilchen

Von Erik Eggers

Nicht einmal Dänemark, das kleine Dänemark, wollte 1923 noch gegen den deutschen Fußball antreten. Die Engländer, das große Vorbild, schon gar nicht. Das nagte an Richard Girulatis. [...]

Schweren Herzens

Am 11. April 2013 jährt sich der „Austritt“ der jüdischen Mitglieder zum 80ten Mal. Tennis Borussia nimmt dies zum Anlass, allen zu gedenken, die von den Nazis verfolgt, terrorisiert und ermordet wurden.

26. Dezember 1932. An Tennisclub Borussia. Lietzenburgerstr. 36. Sehr geehrter Herr Präsident, beginnt Arnold Schönberg einen Brief, der ihm außerordentlich schwer fällt. [...]

„…wie es seinem Blut und seiner Rasse entspricht“

Der spätere Reichstrainer Otto Nerz gilt als wichtigster Modernisierer des deutschsprachigen Fußball in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Nerz erlernte das Trainerhandwerk bei Tennis Borussia von der Pieke auf, und es waren die Veilchen, bei denen er die wichtigsten Erkenntnisse der jungen Trainingswissenschaften in der Praxis erprobte. [...]

Müdigkeit allenthalben

Der Winter 1927/28 ist einer von diesen feuchten Wintern, die nicht wissen, was sie wollen, und allenthalben macht sich eine gewisse Ermattung breit. Das trifft auch die Erste Herren, die gerade dabei ist, sich einen deutschen Rekord zu erspielen. Am 29. [...]

Das also sind die Veilchen vom Mommsenstadion

Willkommen in den 1950ern! Aus 85.000 Kehlen donnert der alte Schlachtruf, Ra! Ra! Ra! Borussia!, ins Rund des Olympiastadions, wo derweil elf Herren in lila-weißen Trikots einlaufen:

Im Tor

Karl-Heinz Steinbeck, „Bubi“ genannt, 1,85 groß, 32 Jahre alt. … Gelingt ihm die erste Abwehr gut, dann unterläuft ihm im Rest der Spielzeit kaum ein Fehler. [...]

Der Klatsch ist da!

TeBe gegen Hertha BSC am 27.9.1925, 1:6

Eben noch den HSV vernascht und jetzt das. Aber Nerz ist ohnehin andrer Meinung. Ich selbst bin immer skeptisch und zurückhaltend mit Voraussagen, denn es hängt doch zuviel vom Zufall ab. Ein wenig Pech auf der einen Seite und eine gleiche Dosis Glück bei der Gegenpartei und der Klatsch ist da. [...]

Löwen. Eisbären. Raubritter.

Sommer 1929. Ist die Katze nicht im Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.

Tennis Borussia ist auf Norddeutschlandreise, und daheim in Berlin stimmt die Presse den Abgesang auf die Veilchen an. Als (potentielle) Königsmörder werden gleich zwei Vereine ausgemacht: Viktoria und Wacker. [...]

Auch eine Tradition

25 Jahre Tennis Borussia

Was machen Fußballfans, wenn es sportlich einmal nicht so gut läuft? Richtig, sie feiern sich selbst:

Wir gehen voran
als euer zwölfter Mann,
bei Hagel und Wind,
bei Regen und Schnee,
Lila-weiße allez.

Im Sommer 1927 klingt das Fußballlied so:

Regen und Schnee und Sturmgebraus
halten niemals uns zu Haus! [...]

„Gesteinigt hätte man Sie…“

Die Spiele gegen den Club Français 1924

Freitagabend, 17. Oktober 1924. Ein kleines Grüppchen aus Spielern der Tennis Borussia, ihren Betreuern und Berliner Schlachtenbummlern besteigt den Nachtzug Richtung Köln, von wo aus es weiter nach Paris geht. Man macht sich auf den Weg zu einem ganz besonderen Spiel: TeBe soll als erste deutsche Mannschaft sechs Jahre nach Kriegsende mit dem Club Français gegen einen französischen Verein antreten. [...]

Love-Parade in Wilhelmshaven oder: So kann sogar Absteigen Spaß machen

2. Juni 2001: Regionalligaabstieg SV Wilhelmshaven vs. TeBe 2:2

Von Uli Krug

Abstieg tut immer sauweh, jedes Mal aufs neue; diese Kränkung, diesen moralischen Kater, diese demütigende Machtlosigkeit zu überwinden und gleich zu Beginn der neuen Saison wiederzukommen, ist eines der wesentlichen Kriterien, die den Fan vom Zuschauer unterscheiden. [...]

Dissonanzen

27. April 1930: Hertha BSC gegen TeBe 3:1

Die 30er Jahre – neues Jahrzehnt, neue Fortune?

Danach sieht es zunächst nicht aus. Tennis rackert sich zur Abteilungsmeisterschaft – die Saison 1929 / 30 kostet viel Kraft –, um sich in der Endrunde um die Berliner Meisterschaft den Weddingern zu stellen. [...]

„Die Tennis Borussen sind Klasse“

2. August 1925: TeBe gegen 1. FC Nürnberg
16. August 1925: 1. FC Nürnberg gegen TeBe

Der deutsche Meister kommt, und was will man schon erwarten? Aus Berlin kommen doch nur Durschnittsmannschaften, heute erwartete man den sicheren Sieg der Nürnberger. [...]

Das erste Mal

Die Reise nach Strelitz

Dr. Fritz Baumgarten war der erste Torwart von Tennis Borussia und er war der erste Torwart einer deutschen Nationalmannschaft (am 5. April 1908 gegen die Schweiz). In der Festschrift zum 50jährigen Jubiläum des Berliner Tennis-Club „Borussia“ berichtet Fritz in Wort und Bild von der ersten Auswärtsfahrt der Tennis Borussen, die die Berliner Veilchen im Jahr 1904 nach Strelitz führte. [...]

„Oh Hans!“

Wenn hart und ritterlich der Hanne gegen Hanne ringt
Und wenn das Vierzigtausend in Extase bringt,
Was heißt da Sieg, was Niederlage –
Das sind des Fußballs Feiertage.

Hanne gegen Hanne. Verteidigung gegen Sturm. Brunke gegen Sobek. TeBe gegen Hertha. Kein anderer personifiziert in den Goldenen Zwanzigern die Veilchen wie Hans Brunke. [...]

Mancher andere Junior – Emmerichs zweites Match

Heinz Emmerich (25.2.1908 – 10.3.1986)

8. Mai 1927: Victoria Hamburg vs. Tennis Borussia: Ersatzgeschwächt fahren die Veilchen nach Hamburg. Für den verletzten Patrzek steht Marggraf im Veilchen-Kasten, und ebenfalls neu im Kader sind aus der eigenen Jugend Groß und mit dem 19jährigen Emmerich ein waschechter Straßenfußballer aus Pankow, der als Traumpartner von Hans Brunke zur festen Größe in der lila-weißen Verteidigung werden sollte. [...]

Muskelspielchen mit Hertha

30. Januar 1927. Das Spiel Berlins! Nur ein Punkt vom großen Wurf! Nur noch 1 Punkt trennt, ein kleiner Schritt zur Spitze und ein nicht größerer wieder hinab in den Abgrund. Gespielt wird gegen Hertha um das Recht, in der Finalrunde um die Berliner Meisterschaft anzutreten. [...]

Reinickendorfer Gladiatoren

14. September 1924: Tennis Borussia vs. BFC Alemannia 90 1:4

Noch ehe die Veilchen so recht wissen, wie ihnen geschieht, hat Netzwächter Patrzek zwei Bälle im Rücken. 0:2 nach noch nicht einmal 15 Minuten für den Berliner Meister der Vorsaison. Die Reinickendorfer in den blau-gelb geringelten Jerseys gehen mit großem Elan gegen die Veilchen zu Werke, deren Verteidigungslinien von zwei Schweden organisiert werden. [...]

Ach, wie klein und hässlich sind wir in Berlin!

13. April 1925: TeBe gegen den Corinthian F.C.

So erregt erlebt man den Chefcoach selten. Otto Nerz, sonst kühl und gefasst bis zur Unberührbarkeit, schwärmt vom Gegner, der sich für den Ostermontag 1925 angesagt hat, in den höchsten Tönen. Nur die besten Amateure des ganzen Landes, so beschreibt er den elitären Corinthian FC, beste sowohl im sportlichen wie im gesellschaftlichen Sinne. [...]

„Launen und dergl.“

9. Mai 1926: TeBe gegen Dresdner SC

Trainer Nerz ist außer sich: Die Gesamtleistung der Mannschaft war recht schwach. Es fehlt dem einen an Luft, andere haben Launen und dergl. So kommt keine große Leistung zustande. Dabei empfangen die Berliner Veilchen den Dresdner SC am 9. [...]

Es trinkt der Biere zehn gern stille …

Mit Heinrich Zille nach Frankfurt und Wiesbaden: Die Weihnachts- und Neujahrs-Fußballspiele 1925/26

Während heutzutage mitunter schon ein einziger Regentag für eine Spielabsage ausreicht und unter winterlichen Bedingungen abseits der Profi-Arenen mit ihren Dächern und Rasenheizungen fast überhaupt kein Spielbetrieb mehr stattfindet, gilt der Fußball in seinen Kindertagen in Deutschland fast schon als ideale sportliche Betätigung in der kalten Jahreszeit, weil er sich – im Gegensatz etwa zum Cricket – auch bei schwierigen Platzverhältnissen noch ausüben lässt und man ständig in Bewegung bleibt. [...]

Caravan of Love

Gedränge beim Spiel der Rivalen Hertha gegen Tennis. 20.000 wollen am 3. Oktober 1926 auf den Hertha-Platz am Gesundbrunnen. Die nicht Zugelassenen stauten sich zu Tausenden vor den Eingängen, so dass die Mannschaft über den Zaun klettern musste. Nach drei Siegen der Veilchen im Spielbetrieb der Oberliga 1926/27 beschert Hertha den Borussen eine Niederlage. [...]

Die Spiele um die Berliner Meisterschaft 1928. III: 15. April 1928

Die Spiele um die Berliner Meisterschaft 1928 Teil I: 4. März 1928 Teil II: 18. März 1928 Teil III: 15. April 1928

Grauer Himmel über Veilchen

15. April. Grauer Himmel und endloses Schneegestöber verdüstern das dritte und letzte Spiel um die Meisterschaft. [...]

Die Spiele um die Berliner Meisterschaft 1928. II: 18. März 1928

Die Spiele um die Berliner Meisterschaft 1928 Teil I: 4. März 1928 Teil II: 18. März 1928 Teil III: 15. April 1928

Das schlechte Horoskop

Für das Rückspiel prophezeit Mannschaftsarzt Dr. Adolf Wisotzki der Ersten Herren ein schlechtes Horoskop. Schlecht war es um die Aussichten von TB zum zweiten Spiel bestellt, Schröder durch Muskelriss außer Gefecht gesetzt, Lux Beine nicht in Ordnung. [...]

Die Spiele um die Berliner Meisterschaft 1928. I: 4. März 1928

Die Spiele um die Berliner Meisterschaft 1928 Teil I: 4. März 1928 Teil II: 18. März 1928 Teil III: 15. April 1928

Ein Bruch geht durch Berlin. Die Frage, Tennis oder Hertha, spaltet ganze Familien.

Sonntag, 4. März 1928. Lachender Sonnenschein, herrliche Frühlingsluft und etliche Grade über dem Gefrierpunkt. [...]

„… eins, zwei, drei, Herberger trinkt keinen, fünf, sechs, sieben…“

Sepp Herberger bei Tennis Borussia. 1926 – 1932.

Die Geschichte des Berliner Tennis Club Borussia ist seit seiner Gründung 1902 verbunden mit einer Reihe prominenter Namen. Von Arnold Schönberg über Otto Nerz zu Hans Rosenthal gaben nicht wenige darunter dem kulturellen, dem sportlichen und dem medialen, kurz: dem gesellschaftlichen Leben eines ganzen Jahrhunderts ihren Stempel bei. [...]

Eine Prachtleistung

15.000 Zuschauer wollen das Spitzenspiel um die Führung in der Staffel B der Berliner Verbandsliga sehen. Minerva kombiniert gefällig, Tennis hingegen spielt gewohnt effektiv auf. Der erste stramme Abschluss, eine unhaltbare Bombe in Anschluss an einen Lattenschuss zappelt in Konny Patrzeks Veilchennetz. [...]

Lokomotive TeBe

Das reguläre Verbandsspiel muss ausfallen, da Union 92 zum Wiederholungsspiel im Pokal abberufen ist. Kurzentschlossen fahren die Berliner zu einem Freundschaftspiel nach Leipzig zur Fortuna. Sie finden schlechte Bedingungen vor. Der Platz ist in einem miserablen Zustand. Dazu kommen orkanartige Böen. [...]

Schweres Erbe für den Trainer Polster

Der neue Mann heißt Polster. „Lori“ Polster. Ende 1926 hatte Otto Nerz die Veilchen verlassen, um fortan die Reichsauswahl zu trainieren. Als Nachfolger war Nerz‘ Student Herberger berufen worden, der die Erste Herren ehrenamtlich als Spielertrainer betreute. Die Belastung für ihn muss enorm gewesen sein: Student, Angestellter im Bankhaus der beiden Borussen Georg Michaelis und Max Berglas, Spieler und Trainer. [...]

Das Repräsentativ-Dilemma

Es war die heiße Phase im Kampf um die Teilnahme an der Finalrunde um die Berliner Meisterschaft. Das Ziel schien zum Greifen nah. Auf den Dauerrivalen Hertha fehlte ein Punkt.

Bußtag, 17. November 1926.

Der Verband hat zehn Tennis Borussen zu so genannten Repräsentativspielen abgestellt. [...]

Eine Hexenküche des modernen Fußball

Tennis Borussia und ihre erste Trainer Richard Girulatis, Otto Nerz und Sepp Herberger. Vortrag gehalten am 21.10.2010 gehalten im Rahmen einer We-Save-TeBe-Veranstaltung

L[iebe] Tennis-Borussen, schrieb Otto Nerz am 26. April 1924 aus Birmingham an seinen Berliner Verein, 91.000 beim Pokalendspiel der Bolton Wanderers gegen Manchester City, [d]arunter der König und ich! [...]

„Prediger in der Wüste“

7. März 1926: TeBe gegen BSV Schmargendorf ~ Trainer Otto Nerz hält einen Vortrag

TeBe-Coach Otto Nerz ist hauptberuflich Hochschullehrer. An der Deutschen Hochschule für Leibesübung. Vor versammelter Mannschaft hält er einen seiner berüchtigten Vorträge. Über „Sport und Alkohol“. Aber Otto Nerz ist sich der Vergeblichkeit seines Dozierens wohl bewusst. [...]

11. September 1925: Tennis Borussia – HSV 4:0

Fußball bizarr. Der Hamburger Torwart Blunk rettet auf dem Bauch liegend. Erfolgreich. Allein: es half alles nichts. Die Veilchen gingen als Sieger vom Platz. 4:0.

Die Hamburger Presse zürnte:

Die Freude über diesen hohen Sieg auf Seiten der Tennis-Borussen kann man verstehen, aber das Resultat entspricht in keiner Weise dem Stärkeverhältnis beider Mannschaften. [...]