Die Geschichte von Tennis Borussia

Die Gründung

Begonnen hatte alles am Abend des 9. April 1902. In der sich im Haus An der Spandauer Brücke 13 in Berlin-Mitte befindlichen Konditorei fanden sich zwölf junge Sportler ein, um ihre beiden Clubs, die Kameradschaftliche Vereinigung Borussia sowie die Berliner Tennis- und Ping-Pong-Gesellschaft, in einem neuen Verein zusammenzuführen. Die Anwesenden kannten sich bereits größtenteils: Fast alle waren Studenten, spielten Tennis und gehörten gleichzeitig dem Fußballclub Rapide an. Schnell war man sich einig und als man sich gegen 21 Uhr trennte, gab es einen neuen Verein in Berlin. Im ersten Jahr wurde ausschließlich Tennis gespielt, doch bald entdeckte man den Fußball als Sport, den man auch im Winter gut ausüben kann. Und schon war der Tennis-Club eigentlich ein Fußballverein. Und in diesem Sport sollte Tennis Borussia auch die größte Popularität erringen.

Erste Blüte & große Verluste

Bereits Mitte der Zwanzigerjahre zählte man zu den führenden Mannschaften Berlins. Große Duelle lieferte man sich insbesondere mit Hertha BSC um die Berliner Meisterschaft, aber es dauerte dann doch bis 1932, bis der erste Berliner Fußballmeistertitel errungen werden konnte. Zwischenzeitlich hatte man schon etliche Berliner Meister im Boxen und auch einige Meistertitel im Rugby erringen können.

Foto: TeBe vs. 1860 München (1932)
1932 - TeBe vs. 1860 München kurz vor dem ersten Berliner Meistertitel
Foto: TeBe vs. Casablanca (1950)
1950 - TeBe im Freundschaftsspiel gegen Casablanca

Der Titel von 1932 konnte nicht verteidigt werden, das lag zum Teil auch an der Machtergreifung der Nazis – alle jüdischen Mitglieder mussten 1933 den Verein verlassen (sie traten offiziell aus dem Verein aus, wahrscheinlich um einem von oben verordnetem Ausschluss zuvorzukommen): TeBe verlor dadurch wahrscheinlich rund ein Drittel seiner Mitglieder (die Mitgliederlisten aus dieser Zeit sind leider verlorengegangen). Und so musste bis 1941 gewartet werden, bis dank eines legendären 8:2-Sieges gegen Hertha im entscheidenden letzten Meisterschaftsspiel der Titel wieder errungen werden konnte.

Die Bundesliga kam zu spät

Nach dem 2.Weltkrieg war man dann gleich wieder mittenmang. 1952, zum 50. Jubiläum, war TeBe die unangefochtene Nummer 1 in Berlin. Leider konnte der Verein nicht auf diesem Niveau gehalten werden. Und als die Bundesliga 1963 eingeführt wurde, hatte man die Spitzenstellung an Tasmania 1900 und Hertha BSC abgeben müssen. Auch wenn es nicht wieder zur Vormachtstellung im Berliner Fußball reichte, so gelang es doch immer wieder, trotz meist akuten Geldmangels, zumindest die Nummer 2 zu bleiben. Und während Vereine wie Viktoria 89, BSV 92, Blau-Weiß 90, die Füchse, der SSV oder auch Wacker 04, die in den letzten hundert Jahren eine gute Rolle im Berliner Fußball spielten, längst mehr oder weniger in der Versenkung verschwunden sind, hat es TeBe immer wieder geschafft, sich aus eigener Kraft hochzuziehen. Das gilt für die Siebziger, das gilt für die Achtziger und das gilt insbesondere für die aktuelle Situation. Dies spricht für die gesunde Stärke der Veilchen.

Foto: Bundesliga-Aufstieg (1974)
1974 - sensationeller Aufstieg in die Bundesliga
Foto: TeBe vs. Duisburg (1976/77)
1976/77 - Bundesligaduell gegen den MSV Duisburg

Der Traum von der Bundesliga

Kurz war der Traum von der Bundesliga bei Tennis Borussia. Zwei Jahre spielte man gegen die besten deutschen Mannschaften und das teilweise gar nicht so erfolglos, immerhin konnten Mannschaften wie Bayern, Werder Bremen oder auch Kaiserslautern geschlagen werden. Aber es reichte halt nicht ganz. Die Achtzigerjahre waren sicher die bittersten Jahre, die Berliner Oberliga war eine doch eher traurige Angelegenheit und das einjährige Gastspiel in der zweiten Bundesliga 1985 änderte daran nichts. Das änderte sich erst mit dem Fall der Mauer, dem Einstieg zuerst von Jack White und später der Göttinger Gruppe. Endlich hatte TeBe wieder das Geld, das nötig ist, um höhere Ziele anzupeilen. Das Ende der Geschichte ist bekannt, TeBe konnte einige sportliche Erfolge wie den Aufstieg in die Zweite Bundesliga 1998 erringen, musste aber auch zusehen, wie das Image des Vereins immer größeren Schaden nahm, und war am Ende sogar gezwungen einzugestehen, dass die Kooperation mit den Göttingern ein Luftschloss war, das schließlich in zwei Abstiegen in Folge platzte.

Tiefer Fall und neue Chance

Nach einigen Jahren in der viert- und später fünftklassigen Oberliga gelang mit dem Aufstieg in die Regionalliga 2009 ein kurzer Höhenflug, der mit dem folgenden zweiten Insolvenzverfahren und zwei weiteren Abstiegen in Folge teuer bezahlt wurde. Seit 2011/12 laufen die ersten Männer in der sechstklassigen Berlin-Liga auf und der Verein versucht sich mit einer breiten Basis seiner treuen Fans wieder zu stabilisieren.

Die Chronik virtuell

Hundert Jahre in wenigen Worten zu erzählen, ist nicht möglich. Empfohlen sei deswegen die virtuelle Vereinschronik TeBe-Geschichten.

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