0:1 – Ein Elfmeter kostet TeBe einen Punktgewinn
Die prickelnde Atmosphäre des Flutlichspiels gegen Lichtenberg 47 blieb mindestens in der ersten Hälfte auf die Ränge beschränkt: Beide Fanlager unterstützten ihre Teams nach Kräften, Lila-Weiß zeigte die beeindruckende Choreo, die Spannung war groß.
Auf dem Rasen aber gingen beide Teams kühl und konzentriert ans Werk. Beide auch waren sichtlich bemüht, sich bloß nicht düpieren zu lassen, dadurch wurde das Ganze dann doch fast schon ein wenig zu kühl. Hüben und drüben waren die vielbeinigen Defensivreihen kaum zu überspielen, wenn es mal ansatzweise gefährlich hätte gefährlich werden können, dann durch Standards. Zwei echte Chancen waren so in den ersten 45 Minuten zu verzeichnen: Nach vier Minuten kamm Ex-Borusse John (nach einer Ecke) per Fuß zum Abschluss, traf aber den Ball nicht richtig, kein Problem für Yannik Bangsow. In der Nachspielzeit stellte Anton Pourfard mit einer schönen Direktabnahme (nach einem Freistoß) 47-Keeper Zunker vor eine anspruchsvolle Aufgabe, die er aber sprungstark löste.
0:0 zur Pause in einer intensiven Partie zweier disziplinierter Mannschaften, in der sich abzeichnete, dass der verlieren würde, dem der schwerste Fehler unterläuft. Lichtenberg kam zwar besser aus der Kabine – in der 47. und 53. Minute musste Bangsow in letzter Not gegen den flinken Gruber retten –, schien aber genau diesen Fehler zu machen: Nach einer Stunde ließ der Lichtenberger Günay Devis Meißner heftig über die Klinge springen, obwohl der noch nicht einmal die Mittellinie erreicht hatte: Glatt Rot, Überzahl TeBe. Und da machte dann unser Team den Fehler des Abends: John kann den Ball gegen Linus Frölich einigermaßen behaupten, Krüger sticht mit hohem Tempo in den Strafraum an Steven Roßbach und dem zur Hilfe geeilten Marlon Kolobaric vorbei, Marlon hakelt nach, der einschussbereite Krüger fällt. Ein klarer Elfmeter, den Owczarek in die Maschen donnerte.
Ein Mann mehr, ein Tor zurück. Die Borussen mühten sich sichtlich ab, aber es gelang wenig gegen stabile 47er: die Flanken waren zu schwach, ein kopfballstarker Zielstürmer fehlte. Gefährlich waren ein Freistoß von Rici Bokake-Befonga, den Zunker parierte, und eine Aktion von Moradi, der im Strafraum zu Fall kam, bevor er abschließen konnte. An glücklichen Tagen wäre vielleicht ein Strafstoß drin gewesen, aber zwingend war er keineswegs fällig. Die Pfeife blieb stumm. Der 47er Gawe musste in Minute 90 noch mit Gelb-Rot vom Platz – am Ergebnis änderte das nichts mehr.
Ein Punkt wäre drin gewesen, doch letztlich siegten die größere Erfahrung und die größere Torgefährlichkeit auch nicht unverdient. Die Mentalität des Teams hat aber wieder einmal überzeugt, auch wenn die Partie wirklich kein Leckerbissen war.
TeBe: Bangsow – Roßbach (70. Iraki), Frölich, Pourfard – Jagnjic (46. Kolobaric), Martens, Bokake-Befonga, Celik – Lubaki (86. Balsüzen), Meißner (78. Hounsa), Moradi. Zuschauer: 837





