2:2 in Rostock: Punktgewinn in letzter Minute
Wie gegen Wismar durfte unsere Elf nach Schlusspfiff jubeln – aber nicht über schwer erkämpfte drei Punkte, sondern über einen (ebenfalls schwer erkämpften), an den man schon gar nicht mehr hätte glauben wollen, so spät fiel der 2:2-Ausgleichstreffer durch Dennis Celik (90.+3).
So viel Dramatik hatte sich in der ersten Hälfte keineswegs angedeutet. Das Spiel verlief eher schleppend. Hansa überließ unserem Team den Ball, stand sehr kompakt in der eigenen Hälfte und lauerte auf den raumgreifenden Vertikalpass. Eine Spielweise wie zugeschnitten auf Torjäger, Routinier und Kapitän Hahnel, der dieses Mal von Anfang an auf dem Platz stand: Zweimal entwischte er, steil angespielt, unserer Abwehr, doch setze er den Ball über bzw. neben das Tor. TeBe wiederum kam 45 Minuten lang nicht zu Strafraumabschlüssen, zu massiert agierten da die Gastgeber. Letztlich waren vier Distanzversuche zu zählen, von denen jedoch keine echte Gefahr ausging.
Gefahr allerdings ging von Hansas drittem genutzten Umschaltmoment aus: Zwei Pässe tief aus der eigenen Hälfte brachten Bock in Position, gegen den Illia Getmanchuks Grätsche zu spät kam. Hahnel verwandelte den unstrittig fälligen Elfmeter sicher: 1:0 nach 53 Minuten. Das Bild veränderte sich zunächst nicht: Unsere Elf mühte sich weiter, biss sich die Zähne aus, während Hansa weiter auf Konter baute.
Trainer Jeffrey Seitz reagierte: Um den Druck zu erhöhen, tauschte er 20 Minuten vor Ende der regulären Spielzeit den dritten Innenverteidiger (Steven Roßbach) gegen einen Stürmer (Eli Hounsa). Ein Tor sollte alsbald folgen – jedoch für Hansa: Keeper Yannik Bangsow haute über einen eigentlich harmlosen Rückpass, Peters schob ins leere Tor: 2.0 (75.)
Dieses Mal blieb die Seitz-Elf die Antwort jedoch nicht schuldig: Drei Minuten nach dem Rostocker Treffer setzte Mateo Jagnjic einen Freistoß aus 25 Metern direkt in den Winkel: nur noch 1:2. Unser Team ackerte weiter, eine zwingende Torchance wollte gegen die vielbeinige Rostocker Abwehr jedoch nicht herausspringen. Doch zum Glück machen auch andere Fehler: In der Nachspielzeit ließ sich ein bei einem Einwurf in der gegnerischen Hälfte zu weit aufgerücktes Hansa auskontern: Eli schickte Mateo, der legte auf Dennis ab, der wiederum ballerte frech aus spitzem Winkel ins obere kurze Eck: 2:2 in letzter Minute. Direkt nach dem Rostocker Anstoß ertönte der Schlusspfiff.
Fazit: Eindeutig ein Punktgewinn, den sich unser Team mit viel Mentalität erkämpft hat, auch wenn es spielerisch an diesem Tag klemmte.
TeBe: Bangsow – Roßbach (71. Hounsa), Frölich, Pourfard – Jagnjic, Bokake-Befonga (71. Elmore), Martens, Getmanchuk (58. Celik) – Lubaki, Meißner (82. Kolobaric), Moradi (82. Iraki). Zuschauer: 91.





