Ein schwerer Gang, Bitte um Geschlossenheit – offener Brief des Vorstandsvorsitzenden
Liebe Mitglieder, liebe Fans, liebe Eltern und Freundinnen und Freunde von Tennis Borussia,
mit großer Sorge blicke ich auf die Ereignisse der vergangenen Tage, die öffentliche Diskussion über unseren Nachwuchsbereich und das Bild, das dabei teilweise von Tennis Borussia entstanden ist.
Unser Verein ist so vieles mehr.
Tennis Borussia steht für Offenheit, Toleranz, Chancengleichheit und ein respektvolles Miteinander. Herkunft, Religion, sozialer Hintergrund oder die finanziellen Möglichkeiten einer Familie dürfen weder im Nachwuchs- noch im Erwachsenenbereich darüber entscheiden, welche Chancen ein Mensch bei TeBe erhält.
Gerade deshalb möchte ich mich ausführlicher äußern.
In den vergangenen Tagen sind zahlreiche Vorwürfe und Darstellungen öffentlich verbreitet worden. Einige betreffen konkrete Sachverhalte, die wir anhand von Unterlagen überprüfen können. Andere beruhen auf Wahrnehmungen, Berichten oder Hinweisen, deren Prüfung noch nicht abgeschlossen ist.
1. Taschen und Materialien aus der vergangenen Saison
Ich möchte deshalb transparent darstellen, was wir nach heutigem Kenntnisstand sagen können – und ebenso klar benennen, wo noch Fragen offen sind.
Öffentlich wurde unter anderem der Eindruck vermittelt, Eltern hätten für Ausrüstung bezahlt, ohne diese zu erhalten, oder Verantwortliche des Vereins hätten sich an Materialien bereichert.
Dafür liegen dem Vorstand derzeit keine Anhaltspunkte vor.
Nach den uns vorliegenden Lieferunterlagen wurden insgesamt 144 Taschen und Trolleys an die Privatanschrift des seinerzeit zuständigen Materialverantwortlichen geliefert. Nach Angaben der damals Beteiligten wurden diese anschließend teilweise unmittelbar an Spieler beziehungsweise Eltern und teilweise über die Jugendgeschäftsstelle verteilt. Bei einer Begehung der Jugendgeschäftsstelle am 7. September wurden dort noch einzelne Taschen vorgefunden. Wir rekonstruieren derzeit anhand der vorhandenen Unterlagen, Bestellungen und Ausgaben vollständig, wohin die seinerzeit gelieferten Artikel gelangt sind. Wo etwas fehlt, wollen wir wissen, warum. Das gilt unabhängig davon, wer zu welchem Zeitpunkt Verantwortung getragen hat. Die Anzahl der gelieferten Taschen wäre für die Ausstattung der Teams ausreichend gewesen, U17 u. U19 hatten Sets auf Kosten des Vereins ohne zusätzliches Material.
Die Liefernachweise können von Eltern und bei Mitgliedern innerhalb von Eltern- und Mitgliederabenden eingesehen werden.
2. Schiedsrichterkosten und Auslagenerstattungen
Auch die Behauptung, Tennis Borussia bezahle keine Schiedsrichterkosten, entspricht nach unserer Prüfung nicht dem tatsächlichen Bild.
Einzelne Auslagen und Kostenerstattungen befinden sich derzeit noch in Klärung. Teilweise bestehen parallel offene Fragen zur Rückgabe von Vereinseigentum, Arbeitsmaterialien oder Schlüsseln. Wir werden solche Vorgänge nicht öffentlich gegeneinander aufrechnen, sondern jeden Anspruch einzeln und rechtlich sauber prüfen.
Unstreitige und fällige Ansprüche des Vereins sind selbstverständlich erfüllt.
3. Übungsleiterverträge und Vergütungen
Auch hierzu möchten wir die zeitliche Abfolge transparent darstellen.
Nach unseren Unterlagen wurden die Übungsleiterverträge vor dem 1. September durch die zuständige Geschäftsstellenleiterin vorbereitet und an die Jugendleitung weitergegeben. Am 1. September wurden Verträge persönlich ausgehändigt beziehungsweise elektronisch durch unsere Jugendleitung weitergeleitet. Bei einzelnen Vorgängen verzögerte sich die vollständige Bearbeitung, weil notwendige Unterlagen noch nicht vorlagen. Dazu gehörten insbesondere die vom Verein für die Tätigkeit im Nachwuchsbereich geforderten Nachweise und Führungszeugnisse.
Übungsleiter, deren Personalunterlagen vollständig vorlagen, erhielten nach unseren Buchungsunterlagen ihre vereinbarten Pauschalen zum letzten Werktag des vergangenen Monats.
Soweit anschließend fehlende Unterlagen nachgereicht wurden, wurden noch offene Zahlungen nach unserer Prüfung kurzfristig nachgeholt.
Die entsprechenden Zahlungsbewegungen sind dokumentiert und werden bei der nächsten Mitgliederversammlung offengelegt.
4. Ausstattung unserer Nachwuchsmannschaften
Ja: Beim Material gab und gibt es organisatorische Probleme.
Das wollen wir weder beschönigen noch kleinreden. Gleichzeitig muss die Größenordnung der Probleme richtig eingeordnet werden.
Bei der Bestandsaufnahme aus der vergangenen Saison konnten unter anderem mehr als 60 Bälle sowie verschiedene Trikot- und Ausstattungsgegenstände bislang nicht wiedergefunden werden. Dadurch fehlte in der Vorbereitungszeit Material, das noch aus der vergangenen Saison hätte vorhanden sein müssen. Für die neue Saison haben wir die Auslieferung nach dem jeweiligen Saison- und Spielbeginn der Mannschaften priorisiert. Mannschaften mit frühem Pflichtspielstart wurden zuerst ausgestattet. Zusätzlich kam es bei unserem Beflocker zu einem Fehldruck bei Teilen der Customer Trikots, die für uns individuell produziert werden. Dadurch stehen insbesondere die Größen M und L nicht in der ursprünglich vorgesehenen Menge zur Verfügung. Betroffen sind die U19, U16 und in Teilen die U15. Als Übergangslösung wurde den Mannschaften angeboten, im vorhandenen Away-Set zu spielen beziehungsweise ein zusätzliches schwarzes Set auf Kosten des Vereins zu erhalten.
Alle weiteren Mannschaften wurden nach Eingang ihrer Bestellungen sukzessive beliefert – teilweise bereits bevor sämtliche Elternzahlungen eingegangen waren.
Kinder, deren Familien die vorgesehenen Starterpakete finanziell nicht tragen konnten, wurden aus unserem Solidaritätsbudget des Vereins mit neuer Ware ausgestattet.
Weitere Nachlieferungen wurden am vergangenen Freitag abgeholt und im Mommsenstadion zur Ausgabe bereitgestellt.
Insgesamt haben unsere Geschäftsstelle, unser Sporthändler, CRAFT und unser Beflocker innerhalb weniger Wochen die Ausstattung von mehr als 200 Kindern mit rund 2.000 Einzelartikeln organisiert, produziert, beflockt und zur Ausgabe vorbereitet. Das ist eine enorme logistische Aufgabe, bei der selbstverständlich Fehler passieren können. Unser Anspruch muss sein, daraus zu lernen und die Abläufe weiter zu verbessern.
Taschen und Regenbekleidung folgen im nächsten Auslieferungsschritt.
5. Verwendung von Vereinsgeldern
Ein weiterer Vorwurf lautet, Gelder würden nicht entsprechend ihrer Bestimmung verwendet.
Auch hierzu werden wir größtmögliche Transparenz herstellen.
Die Finanzunterlagen des Vereins unterliegen der Kontrolle der dafür zuständigen Vereinsorgane und Revisoren. Auf der kommenden Mitgliederversammlung werden wir die finanzielle Entwicklung transparent darstellen. In den kommenden Tagen findet ein Treffen mit unseren Revisoren statt, um Einblick in die besagten Konten zu ermöglichen.
Die öffentlich beworbene Spendenkampagne diente ausdrücklich der Bewältigung finanzieller Altlasten und der Stabilisierung von Tennis Borussia. Genau hierfür wurden entsprechende Mittel eingesetzt.
Auch Einnahmen aus Ausbildungsentschädigungen sind Einnahmen des Gesamtvereins von Tennis Borussia Berlin e. V. Wir halten es für richtig, einen erheblichen Teil der wirtschaftlichen Stärke unseres Nachwuchses wieder in dessen Entwicklung zu investieren. Gleichzeitig trägt der Vorstand Verantwortung für den Gesamtverein. Wir müssen Ausrüstung finanzieren, laufende Verpflichtungen erfüllen und zugleich Altverbindlichkeiten abbauen – im gesamten Verein.
Tennis Borussia kann wirtschaftlich nur funktionieren, wenn Jugend- und Erwachsenenbereich nicht wie zwei voneinander unabhängige Vereine behandelt werden und die Einnahmen sowie Ausgaben strikt voneinander getrennt werden. Dies hätte bereits mehrfach zur Zahlungsunfähigkeit der Jugend geführt, die wiederum häufig durch Sponsoreneinnahmen, Zuwendungen der Herren sowie Einnahmen aus dem Fanshop gestützt wird.
Wir sind ein Verein.
Der im August öffentlich kommunizierte Transferüberschuss sollte genau eines zeigen: Gute Nachwuchsarbeit kann sportlich und wirtschaftlich einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des gesamten Vereins leisten.
Nur für diesen Weg stehen wir ein.
6. Elternzuwendungen, individuelle Förderung und Chancengleichheit
Besonders sensibel ist die derzeitige Diskussion über mögliche finanzielle Zuwendungen im Nachwuchsbereich.
Hier möchte ich sehr deutlich zwischen feststehenden Tatsachen und laufenden Prüfungen unterscheiden.
Dem Vorstand liegen verschiedene Hinweise und Berichte vor, wonach es in der Vergangenheit individuelle Trainingsangebote, kostenpflichtige Zusatzangebote und Unterstützungen durch Eltern gegeben haben soll. Darüber hinaus wurde uns berichtet, dass sich dadurch die Wahrnehmung einer unterschiedlichen Behandlung einzelner Spieler entwickelt hat.
Unsere grundsätzliche Haltung ist jedoch eindeutig: Sportliche Entscheidungen bei Tennis Borussia dürfen nicht davon abhängen, welche finanziellen Möglichkeiten Eltern besitzen, ob sie eine Mannschaft unterstützen oder ob zusätzliche private Leistungen der Trainer bezahlt werden. Deshalb wollen wir individuelle Förderangebote künftig transparenter und stärker innerhalb klarer Vereinsstrukturen organisieren. Dazu gehört auch die geplante Weiterentwicklung einer eigenen Fußballschule unter dem Arbeitstitel „Steppkes Berlin“. Damit wollen wir zusätzliche Trainingsangebote nachvollziehbar strukturieren, neue Einnahmequellen für den Nachwuchs schaffen, Breitensportangebote entwickeln und perspektivisch auch den Einstieg von Mädchen in den Fußball von Tennis Borussia fördern.
Dass wir bei einem solchen Umbau bisherige Strukturen überprüfen müssen und auf Gegenwehr stoßen, weil Privateinnahmen wegbrechen könnten, liegt doch auf der Hand.
7. Fahrten zu Auswärtsspielen
Auch die Organisation von Auswärtsfahrten war Gegenstand der Kritik.
Der Vorstand hatte vor Saisonbeginn festgelegt, dass für notwendige Fernfahrten Mietfahrzeuge beziehungsweise Kleinbusse bereitgestellt oder finanziert werden können. Die Organisation lag in der Jugend und den Teams selbst. Was wir wirtschaftlich nicht dauerhaft darstellen können, sind Reisebusse mit externen Fahrern ohne Beteiligung der Nutzer. Das ist keine Entscheidung gegen unseren Nachwuchs. Es ist eine Frage wirtschaftlicher Verantwortung. Wir können unseren Gläubigern nicht gleichzeitig um Geduld beim Abbau alter Verbindlichkeiten bitten und Reise- und Ausstattungsstandards finanzieren, wie sie teilweise aus Nachwuchsleistungszentren bekannt sind, ohne über deren finanzielle Voraussetzungen zu verfügen.
Für die U17 wurde vor Saisonbeginn eine individuelle Absprache getroffen: Zusätzliche Investitionen in sportliche Ausstattung – unter anderem Video- und Analysetechnik – sollten mit einer stärkeren Eigenorganisation bei Reisen verbunden werden. Rückblickend halten wir diese individuelle Sonderlösung für nicht optimal.
Solche Fragen müssen zukünftig einheitlicher geregelt werden, das nehmen wir definitiv mit und werden uns verbessern.
8. Gesprächsbereitschaft und Organisation
Dass derzeit organisatorisch nicht alles funktioniert, bestreiten wir nicht.
Wir stellen gleichzeitig mehrere zentrale Bereiche neu auf. Wir haben eine neue Jugendleitung gewinnen dürfen, Verantwortlichkeiten in den Geschäftsstellen verändert, haben eine neue Geschäftsstelle und arbeiten daran, Abläufe verbindlicher und transparenter zu gestalten. Ein solcher Umbau kann nicht vom ersten Tag an fehlerfrei funktionieren!
Mit Vertreterinnen und Vertretern des Kleinfeldbereichs fand bereits ein gemeinsames Gespräch von Vorstand und Jugendleitung statt. Dort wurden unter anderem Lieferzeiten, Materialstatus und organisatorische Veränderungen besprochen. Dem Großfeldbereich wurde ebenfalls ein Gesprächstermin angeboten. Dieser kam nach unserer Kenntnis nicht zustande, weil zunächst der sportliche Betrieb im Mittelpunkt stehen sollte.
Wir bedauern, dass dieses Gespräch nicht stattgefunden hat.
Denn viele der nun öffentlich diskutierten Fragen hätten aus unserer Sicht dort sachlich besprochen werden können.
9. Nichtantritt von Nachwuchsmannschaften
Das Nichtantreten mehrerer Mannschaften am vergangenen Wochenende ist für uns weiterhin ein schwerwiegender Vorgang und ein Schaden für unser Ansehen.
Gleichzeitig ist uns wichtig, auch hier zu differenzieren.
Nach unseren Informationen wollten Verantwortliche mehrerer Altersklassen ihre Spiele durchführen; in zwei Fällen bestanden organisatorische beziehungsweise technische Probleme mit Zugängen zu den erforderlichen Verbands- beziehungsweise DFB-Systemen.
Deshalb kann aus unserer Sicht nicht von einem vollständig geschlossenen Aufstand der gesamten Jugendabteilung gesprochen werden.
Es gibt unterschiedliche Positionen innerhalb der Trainerschaft. Die Außendarstellung wird derzeit geprägt durch unseren ehemaligen Kaderplaner, sodass derzeit ein verzerrtes Bild der „gesamten Jugend“ entsteht.
Wir respektieren Kritik. Wir respektieren auch, wenn Mitarbeiter oder Mitglieder das Vertrauen in einen Vorstand verlieren oder in Frage stellen. Dafür besitzt ein demokratisch organisierter Verein aber Verfahren und Gremien: Gespräche mit dem Vorstand, Elternabende, die Jugendleitung, den Ältestenrat, den Aufsichtsrat und letztlich die Mitgliederversammlung.
Die Einstellung des Spielbetriebs auf dem Rücken der Kinder darf jedoch unter keinen Umständen aus unserer Sicht nicht das Mittel einer vereinsinternen Auseinandersetzung sein!
10. Antisemitische Äußerungen und Kinderschutz
Der für mich persönlich schwerste Punkt betrifft antisemitische Äußerungen.
Dem Verein wurden Nachrichten aus dem Umfeld des Nachwuchsbereichs vorgelegt, in denen klar antisemitische Formulierungen gefallen sind. Dazu gehören Äußerungen wie „Israel-Schweine“ oder „für Juden spielen wir nicht“. Solche Aussagen sind mit den Werten von Tennis Borussia unvereinbar und sind leider tatsächlich gefallen bzw. geschrieben worden.
In einzelnen Fällen wurden bereits personelle Konsequenzen gezogen.
Darüber hinaus berichteten mehrere Personen unserer Fanszene aus dem Umfeld des Pokalspiels von antisemitisch konnotierten Rufen: „Jude, Jude, Jude…“
Ich möchte hier bewusst präzise bleiben: Ich selbst habe an diesem Tag eine konkrete Beleidigung wahrgenommen, die sich auf meine jüdische Herkunft bezog. Weitere geschilderte Vorfälle beruhen auf Berichten Dritter und unserer haltungsstarken Fanszene, sind daher leider als glaubwürdig zu benennen.
Besonders ernst nehmen wir die Vorgänge, da Kinder beteiligt waren. Uns liegen Schilderungen und Dokumentationen vor, wonach Kinder Bilder meiner Person auf ihren Mobiltelefonen hatten, um Provokationen und Beleidigungen an die richtige Person zu adressieren. Im Klartext: Die Kinder wussten offenbar im Vorfeld nicht einmal, gegen wen oder warum gehetzt wird. Das muss jetzt alles sorgfältig aufgeklärt werden. Gerade deshalb werden relevante Sachverhalte auch den zuständigen Stellen aus Kinderschutz und Jugendhilfe zur fachlichen Bewertung übergeben.
Kinder dürfen niemals Werkzeug eines Konflikts zwischen Erwachsenen werden!
Nicht bei TeBe!
Und nirgendwo sonst!
Gleichzeitig möchte ich eines ausdrücklich sagen: Das Bild der vergangenen Tage entspricht nicht meinen bisherigen Erfahrungen bei Tennis Borussia. Ich habe mich in unserem Verein und im Mommsenstadion über lange Zeit weder aufgrund meiner Herkunft ausgegrenzt noch angefeindet gefühlt. Deshalb sollten wir uns bitte nicht aufgrund des Verhaltens Einzelner spalten lassen. Das sind nicht wir.
Ein Verein – statt paralleler Strukturen
Liebe TeBe-Familie,
der Nachwuchsbereich steht vor erheblichen personellen und strukturellen Veränderungen.
Diese Veränderungen werden weiterhin nicht jedem gefallen. Und auch der Vorstand wird dabei Fehler machen.
Was wir jedoch ändern müssen, ist eine Entwicklung, bei der Jugend- und Erwachsenenbereich über Jahre in Teilen wie zwei voneinander getrennte Organisationen funktioniert haben. Wenn Tennis Borussia langfristig von seiner hervorragenden Nachwuchsarbeit profitieren soll, müssen unsere Eigengewächse eine realistische Perspektive bis hinein in das Mommsenstadion erhalten. Dafür brauchen wir gemeinsame Strukturen. Gemeinsame wirtschaftliche Verantwortung. Gemeinsame sportliche Ziele. Und vor allem Transparenz!
Die derzeit öffentlich erhobenen Vorwürfe sind ernst.
Deshalb begrüße ich ausdrücklich, dass sich unser Aufsichtsrat die notwendige Zeit nimmt, die Vorgänge und unterschiedlichen Darstellungen sorgfältig auszuwerten.
Ein solches Gremium muss unabhängig und ohne Boykottdruck prüfen dürfen. Ein laufender interner Klärungsprozess darf aus meiner Sicht jedoch nicht dadurch unter Druck gesetzt werden, dass der sportliche Betrieb eingestellt wird und Kinder dadurch ihre Spiele nicht bestreiten können. Die Spielerinnen und Spieler unseres Nachwuchses sind keine Verhandlungsmasse! Sie sind Kinder und Jugendliche, die ihren Eltern und unserem Verein anvertraut wurden. Für sie tragen wir gemeinsam Verantwortung.
Kritik gehört zu TeBe – aber sie braucht demokratische Wege
Ich bin überzeugt, dass viele der Sachfragen, die heute öffentlich diskutiert werden, in einem transparenten Gespräch hätten aufgeklärt werden können. Vielleicht wären danach weiterhin erhebliche Meinungsverschiedenheiten geblieben. Das ist in einem demokratischen Verein legitim. Was aber keine Normalität werden darf, ist, dass interne Konflikte über den Spielbetrieb von Kindern ausgetragen werden.
Denn wenn das Schule macht, verlieren nicht Vorstände oder Trainer.
Dann verlieren am Ende alle Vereine und setzen sich dem Risiko aus, ihre Stabilität durch mögliche Boykotte zu gefährden.
Deshalb meine Bitte an alle Mitglieder: Mischt Euch ein. Kommt zu unseren Mitgliederabenden. Stellt kritische Fragen. Fordert Unterlagen und Antworten im Rahmen der dafür vorgesehenen Vereinsstrukturen ein. Diskutiert mit uns. Und entscheidet am Ende selbst, welchen Weg Ihr für Tennis Borussia wollt.
Die nächste ordentliche Mitgliederversammlung ist für November vorgesehen.
Wenn Ihr der Auffassung seid, dass wir mit unseren personellen Entscheidungen, unserem wirtschaftlichen Kurs oder der Neuordnung des Nachwuchsbereichs falsch liegen, dann sagt es uns dort.
Ein demokratischer Vorstand muss und will Kritik aushalten.
Der Vorstand hat die ihm bislang bekannten Vorwürfe intern ausgewertet und einstimmig entschieden, seine Arbeit fortzusetzen und den begonnenen Weg der wirtschaftlichen und strukturellen Konsolidierung weiterzugehen. Nicht, weil wir glauben, alles richtig gemacht zu haben. Sondern weil wir davon überzeugt sind, dass Tennis Borussia jetzt Stabilität, Transparenz und eine gemeinsame Struktur braucht. Wir stehen weiterhin für konstruktive Dialoge zur Verfügung. Insbesondere für Eltern, die vermutlich jetzt stark zwischen den Stühlen sitzen. Und wir werden auch weiterhin Fehler korrigieren, versprochen. Aber wir werden die notwendigen Veränderungen im Jugendbereich nicht stoppen, nur weil sie für einige unbequem sind oder auf Widerstand, Boykott und Abwahlanträge stoßen.
TeBe gehört seinen Mitgliedern.
Und genau dort gehört auch die Entscheidung über seine Zukunft hin, damit wir nicht erneut zum Spielball von Einzelinteressen werden oder uns durch an unserer Jugend interessierte Investoren in neue Abhängigkeiten begeben.
Wir bitten weiterhin um Euer Vertrauen und Deeskalation.
Ariel Gala
Vorstandsvorsitzender
Tennis Borussia Berlin e. V.





