Michaelis, Georg

gehörte in der zweiten Hälfte der 1920er und frühen 1930er Jahre zum Funktionärsstamm der Borussia. Bei TeBe wurden Vereinämter im regelmäßigen Turnus ausgewechselt, und wie sein Kompagnon gehörte Michaelis verschiedentlich dem Vorstand an. Der sportliche Aufschwung der lila-weißen 20er Jahre ist wesentlich Leuten wie den beiden Inhabern des Bankhaus Fürstenberg & Klocke zu verdanken; nicht nur sahen Männer wie Michaelis, Berglas oder Alfred Lesser früh die Notwendigkeit, den Verein auch unter unternehmerischen Aspekten zu führen, wollte man sportlich an der Spitze des deutschsprachigen und europäischen Fußball mitspielen, sie waren darüber hinaus auch bereit, in nicht geringem Maße mit ihrem Privatvermögen einzuspringen. So konnte der Transfer von hochklassigen Spielern wie Otto und Sepp nur gelingen, weil die Unternehmer den Spielern auch materielle Perspektiven boten. Damals herrschte im Sportbetrieb ein rigieder Amateurgedanke, der jeden Gedanken an bezahlte Spieler als Verrat an den Idealen der und des Sports verwarf. So war für es für einen Vereinswechsel, insbesondere für überregionale, von entscheidender Bedeutung, dass die Spieler an ihrer neuen Wirkungsstätte einen Lebensunterhalt fanden. Sepp Herberger etwa fand im Bankhaus von Michaelis und Berglas eine Anstellung, die er wohl kaum auch tatsächlich ausgefüllt haben dürfte.

Geschichten zu Michaelis, Georg

Mutmaßungen über Tennis

Die VBB-Meisterschaft 1931/32 Aber Tennis ist immer als Zweiter über die Gerade gegangen. Von 1925 an gelingt den Lila-Weißen drei Jahre lang nur die Vizeabteilungsmeisterschaft, 1925 hinter Alemannia, und 1926 und 1927 hatten die Veilchen das Pech, in der zweigleisigen Berliner Oberliga in einer Abteilung mit Hertha  BSC anzutreten. Anders in den Folgejahren, in denen […]

Schweren Herzens

Am 11. April 2013 jährt sich der „Austritt“ der jüdischen Mitglieder zum 80ten Mal. Tennis Borussia nimmt dies zum Anlass, allen zu gedenken, die von den Nazis verfolgt, terrorisiert und ermordet wurden. 26. Dezember 1932. An Tennisclub Borussia. Lietzenburgerstr. 36. Sehr geehrter Herr Präsident, beginnt Arnold Schönberg einen Brief, der ihm außerordentlich schwer fällt. Wie […]

„…wie es seinem Blut und seiner Rasse entspricht“

Der spätere Reichstrainer Otto Nerz gilt als wichtigster Modernisierer des deutschsprachigen Fußball in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Nerz erlernte das Trainerhandwerk bei Tennis Borussia von der Pieke auf, und es waren die Veilchen, bei denen er die wichtigsten Erkenntnisse der jungen Trainingswissenschaften in der Praxis erprobte. Aber die Geschichte des Fußball-Pioniers Nerz hat […]

Dissonanzen

27. April 1930: Hertha BSC gegen TeBe 3:1 Die 30er Jahre – neues Jahrzehnt, neue Fortune? Danach sieht es zunächst nicht aus. Tennis rackert sich zur Abteilungsmeisterschaft – die Saison 1929 / 30 kostet viel Kraft –, um sich in der Endrunde um die Berliner Meisterschaft den Weddingern zu stellen. Nichts Neues für die Berliner. […]

„… eins, zwei, drei, Herberger trinkt keinen, fünf, sechs, sieben…“

Sepp Herberger bei Tennis Borussia. 1926 – 1932. Die Geschichte des Berliner Tennis Club Borussia ist seit seiner Gründung 1902 verbunden mit einer Reihe prominenter Namen. Von Arnold Schönberg über Otto Nerz zu Hans Rosenthal gaben nicht wenige darunter dem kulturellen, dem sportlichen und dem medialen, kurz: dem gesellschaftlichen Leben eines ganzen Jahrhunderts ihren Stempel […]

Schweres Erbe für den Trainer Polster

Der neue Mann heißt Polster. „Lori“ Polster. Ende 1926 hatte Otto Nerz die Veilchen verlassen, um fortan die Reichsauswahl zu trainieren. Als Nachfolger war Nerz‘ Student Herberger berufen worden, der die Erste Herren ehrenamtlich als Spielertrainer betreute. Die Belastung für ihn muss enorm gewesen sein: Student, Angestellter im Bankhaus der beiden Borussen Georg Michaelis und […]

Eine Hexenküche des modernen Fußball

Tennis Borussia und ihre erste Trainer Richard Girulatis, Otto Nerz und Sepp Herberger. Vortrag gehalten am 21.10.2010 gehalten im Rahmen einer We-Save-TeBe-Veranstaltung L[iebe] Tennis-Borussen, schrieb Otto Nerz am 26. April 1924 aus Birmingham an seinen Berliner Verein, 91.000 beim Pokalendspiel der Bolton Wanderers gegen Manchester City, [d]arunter der König und ich! Das letztere ist wesentlich, […]