Zehn Jahre bei der Stange
Felix Krüger im Gespräch mit Frank Lange
im Mommse: Hallo Frankie, herzlichen Glückwunsch erst einmal zu deinem zehnjährigen „Dienstjubiläum“ bei TeBe. Du bist aber ursprünglich nicht als Zeugwart zu uns gekommen, oder?
Frank Lange: Das stimmt. Zuerst bin ich hier Trainer und Abteilungsleiter bei den Frauen gewesen, von 1994 bis ’97. Ich damals mit einigen Spielerinnen von Turbine Potsdam gekommen, mit denen ich übrigens in die Bundesliga aufgestiegen bin. Die TeBe-Frauen waren damals auch in der Bundesliga. Zu den Männern hat mich dann 1997 der Hermann Gerland geholt.
Vor deiner Zeit bei Turbine hast du doch auch lange Männerteams trainiert, welche Stationen gab es da?
Angefangen habe ich bei Vorwärts / Motor Teltow im Nachwuchsbereich, da war ich insgesamt von 1972 bis ’86. 1981 bin ich mit diesem Verein Bezirkspokalsieger geworden, im Finale gegen Babelsberg 03. Ich war auch Auswahltrainer im Bezirk Potsdam für die AK (Altersklasse) 13 und AK 15. Von 1986 bis ’91 war ich bei Motor Ludwigsfelde, zunächst als Co-Trainer und Trainer für besondere Aufgaben, etwa um Verletzte wieder an den Kader heranzuführen. Ludwigsfelde spielte in der 2. DDR-Liga. Ende ’91 oder Anfang ’92 bin ich dann zu Turbine gegangen und von da zu TeBe. Später, 1996/97 war das, habe ich mit Genehmigung von Tennis Borussia noch einmal Ludwigsfelde geholfen, dort das Training gemacht und mit der Mannschaft den Aufstieg in die Verbandsliga geschafft.
Hast du auch ein Sportstudium absolviert?
Nein, studiert habe ich nicht. Meine ganze Aus- und Weiterbildung zum Trainer hat beim ASK Vorwärts Frankfurt stattgefunden. Nach der Wiedervereinigung ist mir vom DFB die A-Lizenz zuerkannt worden.
Bevor du Trainer geworden bist, hast du sicherlich auch selbst gespielt. Bei welchem Verein war das und welche Position hast du inne gehabt?
Ich habe bei Wismut Aue gespielt und war Mittelstürmer. Ich habe viele Tore gemacht.
Unter wie vielen Trainern hast du jetzt eigentlich schon dein Amt als Zeugwart und Betreuer ausgeübt?
Das waren insgesamt 16, wenn man die ganzen Co-Trainer dazuzählt. Außerdem habe ich hier in dieser Zeit mit Spielern aus 28 verschiedenen Nationen zu tun gehabt: Australien, Norwegen, Mazedonien, Albanien und so weiter… Ali Moustapha ist aus Niger, das ist Land Nummer 28, das hatten wir vorher noch nicht.
Was sind die schönsten Erinnerungen aus deiner Zeit bei TeBe?
Schöne Erlebnisse waren sicher die Aufstiegsspiele, in Hannover vor voller Kulisse oder der Pokalsieg über Hertha mit über 50.000 Leuten im Olympiastadion. Das sind Momente, da stellt sich die Gänsehaut von ganz alleine ein, wenn du da unten auf der Bank sitzt. Toll war auch die Teilnahme am Münchner Hallenmasters, wo die Hütte auch voll war. Das war überhaupt eine tolle Zeit, die Regionalliga mit Hermann Gerland, wo wir jedes Heimspiel gewonnen haben und dann der Aufstieg in die zweite Liga. Damals sind wir noch fast überall freundlich empfangen worden. Die Leute haben sich gefreut wenn der TeBe-Bus ankam und haben uns zugewunken. Das hat sich später leider geändert. Aber auch menschlich war das eine tolle Zeit. Wir hatten wirklich eine gute Truppe zusammen. Später gab es auch bittere Stunden, als ich unter einem Trainer wie Schäfer arbeiten musste oder dann die Geschichte mit dem Lizenzentzug. Aber ich habe hier unten im Funktionstrakt immer meine Arbeit gemacht und mich davon nicht anstecken lassen, egal ob uns die Lizenz verweigert wurde oder der Verein insolvent war. Natürlich haben wir heute weniger Trikotsätze als zu Profizeiten, aber ansonsten sind das hier immer noch Bedingungen, wie du sie bei keinem anderen Oberligisten findest.
Hast du einen Lieblingsverein, außer TeBe natürlich?
Ja, ich fühle mich schon Erzgebirge Aue besonders verbunden. Ich bin ja ein Erzgebirgler, auch wenn ich eigentlich in Chemnitz geboren wurde, und habe auch bei Wismut selber gespielt. Ich muss auch sagen, dass ich Bayern München bewundere. Das ist ein ganz hervorragend geführter Verein. Ich habe dort auf Einladung von Hermann Gerland einmal zwei Tage hospitiert, das war eine tolle Erfahrung: Da stimmt auf organisatorischem Gebiet einfach alles.
Hast du neben dem Fußball noch ein Hobby?
Ich bin sehr tierlieb. Ich züchte auf meinem Grundstück helle Großsilber, also Karnickel. Früher habe ich Jagdhunde gezüchtet, aber das habe ich aus Platzgründen aufgegeben. Und ich mag Pferde.
Dann hast du ja immer ein Thema, wenn du mit Gerland telefonierst…
Ja, der Hermann ist ein absoluter Pferdenarr. Wenn in Aachen das Springreitturnier ist, kann der die Stammbäume von allen Pferden auswendig hersagen. Der weiß genau, wo welcher Hengst steht und so weiter. Aber so ist es bei ihm auch beim Fußball. An jedem freien Tag fährt er durch Deutschland und guckt sich Spiele an. Der kennt alle Talente, bevor die meisten anderen sie auf dem Zettel haben. Deshalb ist er ja auch so erfolgreich mit den Bayern-Amateuren.
Vielen Dank für das Gespräch, Frankie.






