Hochmotiviert nach Babelsberg

Mr. Bungle im Gespräch mit Dejan Raickovic

Mr. Bungle: Hallo Raicko, so kurz vor dem Spiel beim verlustpunktfreien Spitzenreiter: Wie ist die Stimmung bei euch?

Dejan Raickovic: Sehr positiv. Man spürt, wie sich unter den Spielern die Spannung von Tag zu Tag aufbaut. Wir freuen uns auf dieses Spiel, denn es gibt uns die Möglichkeit, nach einem missglückten Saisonstart einiges wieder gutzumachen und den Anschluss zur Tabellenspitze zu halten.

Heißt das, dass ihr mit der klaren Zielstellung „drei Punkte“ in dieses Spiel geht?

Wir werden durchaus auf Sieg spielen, wobei wir natürlich nicht ins offene Messer laufen dürfen. Babelsberg befindet sich in einer sehr guten Verfassung und es ist nicht leicht, dort zu gewinnen. Ich bin aber überzeugt davon, dass wir absolut das Zeug dazu haben.

In den letzten beiden Ligaspielen ist es euch gelungen, sechs Punkte einzufahren und mehr Stabilität in der Defensive zu entwickeln. Dafür war im konstruktiven Spiel nach vorne recht viel Sand im Getriebe, speziell in der zweiten Hälfte des Eberswalde-Spiels. Weshalb ist es nicht gelungen, den Gegner durch aggressives Pressing stärker unter Druck zu setzen und sich durch einen hohen Sieg mal richtig freizuschießen?

Ohne Frage war das, was wir in den zweiten fünfundvierzig Minuten geboten haben, zu wenig. Wobei wir einige Spieler auf dem Feld hatten, denen es nach Verletzungen einfach noch an Kraft fehlte, um durchgehend Pressing zu spielen. Wir haben in den darauffolgenden Trainingseinheiten im konditionellen Bereich nochmal sehr hart gearbeitet, während wir in dieser Woche den Schwerpunkt auf die taktische Vorbereitung für Babelsberg gelegt haben und nun optimal vorbereitet auf dieses wichtige Spiel sind.

Gegen den Südligisten Eilenburg musstet ihr euch am vergangenen Wochenende geschlagen geben. Welche Schlüsse ziehst du aus dem Spiel?

Dieses Spiel war sehr wichtig für uns, weil ich einigen Akteuren unbedingt Spielpraxis geben wollte. Dabei war das Resultat für mich absolut zweitrangig, zumal wir wie gesagt eine sehr kraftintensive Trainingswoche hinter uns hatten.

Wie sieht die Personalsituation aus? Zuletzt gab es einige Engpässe, beispielsweise auf der linken Seite.

Ich bin sehr froh, dass das Lazarett sich lichtet und die Verletzten wieder zurück zur Mannschaft stoßen. Thomson und Nwankwo werden noch etwa zwei Wochen benötigen, bis sie wieder einsatzfähig sind, beide sind sehr wichtig für uns. Micha Fuß ist nach seiner Mandelentzündung auch wieder dabei. Bei Stanko muss man sehen, ob wir ihn am Freitag bereits bringen können. Er würde uns natürlich sehr weiterhelfen, denn in der Tat war sein Ausfall auf der linken Seite für uns nicht zu kompensieren.

Ein etwas überraschender Schwachpunkt im bisherigen Saisonverlauf war neben dem Spiel ohne Ball die Tatsache, dass wir trotz zahlreicher groß gewachsener Spieler die Lufthoheit bislang überwiegend den Gegnern überlassen haben.

Das ist richtig, in diesem Punkt müssen wir deutlich zulegen, denn es sollte eigentlich eine Stärke von uns sein, Spiele durch Standardsituationen entscheiden. Das Problem ist auch, dass die hohen Bälle bei den Standards bislang nicht besonders präzise in den gegnerischen Strafraum kamen. Durch die Rückkehr von Micha und Stanko haben wir hier wieder mehr Möglichkeiten, und ich denke, dass wir das im weiteren Saisonverlauf noch zu einem Trumpf von uns machen werden.

Auch die Körpersprache wirkte in den ersten Partien nicht so, als würde dort eine verschworene Einheit auf dem Feld stehen. Was ist da mit der Mannschaft passiert, die uns in der Rückrunde der vergangenen Saison noch so begeisterte? Hat man sich nach dem Pokalsieg und der glänzenden Vorbereitung möglicherweise selbst überschätzt?

Das mit Sicherheit nicht. Jeder war sich von Anfang an bewusst, dass das Ziel, das wir uns gesteckt haben, ein ganz hartes Stück Arbeit bedeutet. Die beiden Niederlagen sind auf sehr dumme und unnötige Weise zustande gekommen und haben eine Situation erzeugt, mit der einige Spieler nur schwer umgehen konnten. Insofern war es wichtig, uns in den vergangenen beiden Spielen wieder zu stabilisieren, so dass wir nun durchaus selbstbewusst nach Babelsberg fahren.

Im Nulldrei-Stadionheft wirst du mit den Worten zitiert, TeBe sei nach wie vor Aufstiegsfavorit, was angesichts der Tabellensituation schon etwas gewagt klingt…

Wir haben vor der Saison gesagt, dass wir die stärkste Mannschaft der Liga haben und zu dieser Aussage stehe ich auch jetzt. Natürlich hat sich unsere Ausgangsposition verschlechtert, aber ich sehe nach wie vor alle Chancen für uns. In Zeiten der Drei-Punkte-Regel sind acht Punkte alles andere als uneinholbar und in den Spielen, in denen ich Babelsberg bislang gesehen habe, hat sich gezeigt, dass sie längst keine Übermannschaft sind. Momentan haben sie einen Lauf, der ihnen Selbstvertrauen gibt, aber man muss sehen, wie sie mit Punktverlusten umgehen. Spielerisch sind wir die stärkere Mannschaft, aber wir dürfen nicht immer nur drüber quatschen, sondern müssen das endlich wieder auf dem Platz unter Beweis stellen.

Wo siehst du die Stärken und Schwächen des morgigen Gegners?

Babelsberg ist eine sehr kompakte und gut eingestellte Mannschaft, die aufgrund der bisherigen Erfolge mit sehr breiter Brust auftritt. Aufpassen müssen wir natürlich auf deren schnelle Leute, die immer wieder versuchen werden, über Einzelaktionen für Gefahr zu sorgen. Generell müssen wir zusehen, dass wir sie gar nicht erst zu nahe an unseren Strafraum herankommen lassen, sondern zusehen, sie unsererseits unter Druck zu setzen, denn dann sind sie durchaus verletzbar. Wie gesagt, wir wollen dieses Spiel gewinnen. Heute abends nach dem Training werden wir auf Einladung eines Sponsors gemeinsam essen und uns gemeinsam noch mal so richtig auf dieses Match einstimmen. Ich habe ein gutes Gefühl für morgen.

Vielen Dank und euch allen natürlich viel Erfolg morgen, Raicko!

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