Kaum an Qualität verloren
Felix Krüger im Gespräch mit Dejan Raickovic
Felix Krüger: Hallo Dejan, in der Winterpause hat es einige Veränderungen im Kader gegeben. Einige Spieler haben uns verlassen, andere sind dazugekommen. Kannst du bitte ein paar Worte zu den Neuzugängen sagen?
Dejan Raickovic: Ja. Der Verein musste sich in der Winterpause aus finanziellen Gründen von einigen Spielern trennen. Dafür sind einige dazugekommen, die in den engeren finanziellen Rahmen passen. Nach dem, was ich von diesen Spielern bis jetzt im Training und in den Freundschaftsspielen gesehen habe, denke ich, dass wir mit unseren Neuverpflichtungen Glück gehabt haben. Wir haben den Kader vor allen Dingen etwas verkleinert, aber an Qualität haben wir kaum verloren.
Zu Tobias Kurbjuweit zum Beispiel braucht man nicht viel zu sagen, er dürfte jedem bekannt sein. Er ist ein noch junger, aber trotzdem schon erfahrener Spieler mit guter Spielübersicht. Er hat bei Union Berlin gespielt, mit denen er zuletzt auch in die Regionalliga aufgestiegen ist. Er hat diese Erfahrung also schon gemacht und kennt den Weg dorthin.
Was Seni (Camara) betrifft, den Spieler der vom BAK gekommen ist: Er hat bisher (das Gespräch fand nach dem Testspiel bei Optik Rathenow statt) erst zwei Trainingseinheiten mitgemacht und war heute zum ersten Mal im Testspiel dabei. Ich kann sagen, ich war positiv überrascht. Das ist einer, der uns weiter helfen wird. Er ist beidfüssig und taktisch sehr gut ausgebildet. Wir müssen nur in Sachen Disziplin ein bisschen auf ihn aufpassen, denn er hat bei seinem letzten Verein zu viele Platzverweise kassiert. Aber ich denke, das kriegen wir in den Griff.
Die beiden jungen Spieler, die wir in der Winterpause geholt haben (Nayif Aykut und Metin Cakmak), kommen aus unserer A-Jugend. Sie haben im Sommer Pech gehabt und kein Engagement in der Türkei erhalten. Sie sind jetzt beide mehrere Monate ohne Verein gewesen. Es ist daher im Moment noch zu früh, um mehr über sie zu sagen. Sie haben beide ihr Potenzial, müssen sich aber zunächst im Training, über die Freundschaftsspiele und über Punktspiele bei der zweiten Mannschaft für die Oberliga anbieten.
Die zweite Männer ist ein gutes Thema. Mit Condé, der ja bereits in der Hinrunde einige Male im Kader der ersten Mannschaft stand, und Borkowski sind heute auch zwei Spieler aus dem Landesliga-Team eingesetzt worden. Was kannst du zu diesen beiden sagen?
Micha (Borkowski) habe ich heute zum ersten Mal dabei gehabt. Er hat mich gleich positiv überrascht und ich habe ihm nach dem Spiel gesagt, er soll zu uns kommen und bei uns mittrainieren. Er kann die Manndeckerposition spielen, also links oder rechts in der Dreierkette. Er hat sich, wie gesagt, heute wirklich toll verkauft und es sich daher verdient, weiter bei uns zu trainieren. Wir werden seine Entwicklung weiter beobachten und dann eine Entscheidung treffen. Was Abou (Condé) betrifft, so hat er ja schon bei den zweiten Männern ausreichend bewiesen, dass er kampfstark ist, aber auch gut Fußball spielen kann und sich so für unsere erste Mannschaft empfohlen. Natürlich braucht er Zeit, um sich weiter zu entwickeln, aber er ist sicher einer, der dem Verein in Zukunft weiter helfen kann.
Werden die beiden denn jetzt nur noch bei der Ersten trainieren und spielen oder weiterhin zwischen den Teams wechseln?
Sie werden immer wieder bei uns mittrainieren, aber zunächst weiter für die Zweite spielen. Wenn sie aber die Gelegenheit bekommen, sich bei uns zu präsentieren und sie diese Chance nutzen, dann werden sie dementsprechend auch mehr bei uns mittrainieren und auch spielen.
Wie bist du insgesamt mit dem Verlauf der Vorbereitung zufrieden? Haben alle gut mitgezogen? Waren die Trainingsbedingungen in Ordnung?
Ja, gottseidank haben wir diesen Winter weniger Probleme gehabt als letztes Jahr, wenn es darum ging, vernünftige Platzbedingungen vorzufinden. Allerdings haben wir bis jetzt noch viel Kraft- und Ausdauertraining gemacht, was man heute im Spiel auch gesehen hat. Die Mannschaft wirkte teilweise noch recht müde. Aber ich erwarte, dass die Spieler durch die Umstellung des Trainings in den nächsten Tagen wieder zu mehr Frische finden. Ansonsten: Ja, es ziehen alle gut mit. Die Jungs sind mit Spaß dabei, was mich nach den ganzen Sachen, die zuletzt im Verein passiert sind, positiv überrascht hat. Das größte Problem sind momentan die vielen kranken und verletzten Spieler – vor allem kranke – die jetzt nicht bei der Vorbereitung mitmachen können. Die müssen dann in Sondereinheiten so schnell wie möglich Kraft und Ausdauer tanken, um dann auch wieder im spielerischen Bereich mit der Mannschaft trainieren zu können.
Nach dem dummen Ausscheiden aus dem Pokal und bei zwölf Punkten Rückstand auf den Tabellenführer – mit welchen sportlichen Zielsetzungen geht ihr da eigentlich noch in die Rückrunde?
Ich habe es auch schon einigen Journalisten gesagt: Wir sind unseren Fans und dem Verein gegenüber in der Pflicht, uns so gut wie möglich zu präsentieren, so viele Punkte wie möglich zu holen und uns schon für die nächste Saison einzuspielen, um dann das Ziel zu erreichen, unter die ersten Vier in der Oberliga zu kommen und uns so für die neue Regionalliga zu qualifizieren.
Gibt es denn schon konkrete Planungen für die nächste Saison? Hat der Vorstand zum Beispiel schon Interesse geäußert, mit dir über den Sommer hinaus weiter zusammen zu arbeiten?
Es wird sich in der Zukunft zeigen, ob ich fähig bin, diese Mannschaft weiter zu entwickeln und mit ihr diese Ziele zu erreichen. Und dementsprechend wird sich auch für eine weitere Zusammenarbeit entschieden oder eben nicht. Es geht jetzt nicht um das, was morgen passiert, sondern um die langfristigen Ziele von Tennis Borussia.
Ich wünsche Dir trotzdem zunächst einmal viel Erfolg in der Rückrunde und bedanke mich für das Gespräch.






