Achtbare Leistung gegen Bundesliga-Spitzenteam

DFB-Pokal: TeBe - Turbine Potsdam 1:6 (0:2)

Am Ende fiel das Ergebnis doch noch standesgemäß aus. Mit 6:1 (2:0) setzte sich der 1. FFC Turbine Potsdam im DFB-Pokal bei den Veilchenladies durch. Zwischenzeitlich aber hielten die klassentieferen Berlinerinnen mit dem großen Nachbarn aus Potsdam gut mit. Erst als nach etwa 70 Minuten die Kondition nachließ, setzten sich die athletisch stärkeren Turbinen ab. Durch Stefanie Mohr kamen die Veilchenladies immerhin noch zum Ehrentreffer.

TeBe hatte sich natürlich vor der Partie viel vorgenommen. „Wir wollen uns nicht abschlachten lassen, sondern dagegenhalten“, meinte Trainer Thomas Grunenberg. Bis auf Madleen Wilder, die beruflich passen musste, konnte er dabei auf seine Wunschelf setzen. Gegenüber der Startformation in der 2. Bundesliga, wo seine Mannschaft nach sechs Spieltagen immer noch ungeschlagen ist, änderte Grunenberg die Aufstellung an einer Position: Für Kerstin Straka kam die schnellere Constanze Heß in die erste Elf und rückte hinter die einzige Spitze Anna-Sophie Fechner.
Doch bereits früh mussten die Veilchenladies vor der prächtigen Kulisse von 628 Zuschauern einen ersten Rückschlag hinnehmen. Vom Anpfiff weg drückten die Turbinen auf das Tor der Gastgeber. Potsdam drängt TeBe in deren Hälfte und kam schnell zu einigen guten Aktionen. So auch als Jessica Wich in den Strafraum eindrang, Borussin Senem Özer einen Schritt zu spät kam und Wich legte. Schiedsrichterin Sandra Pansch blieb in dieser Situation nichts anderes als berechtigt auf den Elfmeterpunkt zu zeigen. Babett Peter verwandelte den Strafstoß hart und plaziert. Torhüterin Kersin Prusas war zwar in der richtigen Ecke, kam aber nicht an das Leder.
Der frühe Treffer spielte natürlich Turbine in die Karte. Eine mögliche Überraschung durch TeBe rückte damit schon kurz nach Anpfiff ein gutes Stück weiter in die Ferne. Turbine machte sich dies zu nutzen und rannte auch in der Folge weiter auf das Tor von TeBe an. Erneut Peter hatte den zweiten Treffer auf dem Kopf, verfehlte aber nach Flanke von Wich das Gehäuse knapp (10.).
Weiter ging es nur in eine Richtung. Viola Odebrecht, deren Einsatz bis zuletzt fraglich war, schickte dabei Jennifer Zietz steil, die Mannschaftsführerin umkurvte die herausgeeilite Prusas und traf aus spitzem Winkel den Innenpfosten des leeren Tores von wo der Ball zum 0:2 hinter die Line prallte. Bereits nach nicht mal einer Viertelstunde war soetwas wie die Vorentscheidung gefallen.
Nach dem 0:2 fingen sich die Veilchenladies jedoch und konnte das Spiel in der Folge offener gestalten. „Knackpunkt war hier auch die Kopfverletzung von Jennifer Zietz und der dadurch bedingte Wechsel“, begründete Turbinen-Trainer Bernd Schröder die etwas schwache Phase seiner Elf.Stefanie Mohr hatte eine erste gute Möglichkeit für TeBe, also sie von Jana Teodoridis bedient noch zwei Gegenspielerinnen aussteigen ließ, dann aber rechts am Tor vorbeischoss (19.). Zwar war Potsdam weiterhin das bestimmende Team, doch TeBe gelangen zusehends immer öfter Befreiungsangriffe. Allerdings blieb Turbine stets gefährlich. Essi Sainios Schuss konnte Prusas noch an die Latte lenken. Den Nachschuss von Leni Kaurin klärte die Abwehr mit vereinten Kräften (28.).
In dieser Phase der Partie boten die Veilchen die beste Leistung am heutigen Tag. Nach einem Freistoß von Jessica Brückner verfehlte Fechner per Kopf das lange Eck nur knapp (31.). Wäre hier der Anschlusstreffer geglückt, die Begegnung hätte noch kippen können. So brachte Turbine aber den Vorsprung von zwei Toren in die Pause und hätte durch Isabel Kerschowski (38.) oder durch Anja Mittag (39.) sogar noch erhöhen können.
In der Kabine hatte Turbine-Trainer Schröber anscheinend nochmal eine antreibende Worte an seine Spielerinnen gerichtet. Jedenfalls wuchs die Dominanz des Erstligisten nach Wiederanpfiff erneut an. Wich wurde geblockt, Odebrecht schoss im Nachsetzen vorbei (48.) TeBe kam nun kaum mal vor das Potsdamer Tor, währen die Turbinen den Vorsprung verwalteten. Die Begegnung plätscherte nur so dahin. Mittag köpfte nach Flanke Wich in die Arme von Prusas (57.). Auf der anderen Seite war es abermals Fechner, die mit einer Direktabnahme von der Strafraumkante nur Millimeter vorbeischoss (60.). Auch hier wäre unter Umständen mit dem Anschlusstreffer nochmal etwas für TeBe möglich gewesen. So aber machte Turbine mit dem dritten Treffer alles klar. Nach einem schönen, schnellen Angriff über vier Station köpfte Mittag auf Flanke von Wich aus wenigen Metern ein.
Nun, da der Ausgang des Spiels relativ klar war und zudem bei den Veilchen etwas die Kräfte nachließen, kam Turbine auch zu weiteren Treffer. Innerhalb kurzer Zeit erhöhten Monique Kerschowski und Essi Sainio auf 0:5. M. Kerschowski jagte das Leder nach einem Alleingang über die rechte Seite in den Winkel. Sainio köpfte am zweiten Pfosten unbedrängt ein.
Das Tor des Tages gelang aber einer Borussin. Mit einem sehenswerten Fernschuss schaffte Stefanie Mohr den Ehrentreffer. Zuvor hatte Desirée Schumann einen Freistoß von Brückner mit der Faust klären können, doch aus dem Rückraum nahm Mohr Anlauf und den Abpraller direkt. Schnurgerade zischte das Leder neben dem Pfosten ins Netz.
Der Schlusspunkt blieb jedoch erneut Potsdam vorbehalten. Mit ihrem zweiten Treffer sorgte M. Kerschowski für den Endstand.
Letztendlich kam somit Turbine zu dem erwarteten Sie über die klassentieferen Borussinen. Auch wenn das Ergebnis am Ende standesgemäß ausfiel so konnten die Veilchen doch über gut eine Stunde mit dem vor Nationalspielerinnen nur so strotzenden Kader der Potsdamer mithalten. Entsprechend äußerte sich Turbinen-Trainer Schröder auf der Pressekonferenz: „Respekt vor dem Gegner und Hut ab zu dieser Leistung. Zeitweise hat TeBe es geschafft unseren Schwächen aufzuzeigen.“ Auch sein Gegenüber TeBe-Trainer Grunenberg war mit seiner Elf zufrieden: „Es war eine tolle Erfahrung gegen Turbine zu spielen. Meine Mannschaft hat auch lange gut dagegen gehalten, aber man hat auch gesehen, dass Potsdam in der Athletik einfach Vorteile hat. Gegen Ende der Partie konnten wir konditionell nicht mehr mithalten. Wir wissen nun aber wo wir uns noch verbessern müssen, damit wir unserem Ziel dem Bundesliga-Aufstieg näher kommen.“

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