Standards schlagen Schlendrian

TeBe – FC Oberneuland 2:3 (2:2)

Trotz eines furiosen Starts mit zwei Treffern von Florian Beil (15. und 30. Min.) konnte unser Regionalligateam heute die große Chance nicht nutzen, sich gegen einen direkten Konkurrenten entscheidende Vorteile im Abstiegskampf zu erringen: drei Unsicherheiten bei Standardsituationen verwandelten die sicher geglaubte Führung noch in eine vermeidbare 2:3-Heimniederlage.

Die Vorzeichen schienen günstig: Fünf Niederlagen hatten die Gäste aus Oberneuland zuletzt erlitten, man selbst konnte vor Wochenfrist bei der Wolfsburger Reserve durchaus mithalten – und entsprechend selbstbewusst und mit spielerischen Vorteilen ging TeBe zunächst das Spiel gegen die Gäste von der Nordsee an. Mit einer Chance bereits in der ersten Minute deutete Stürmer Florian Beil seinen Torhunger an, den er bald schon stillen durfte: In der 15. Minute schickte ihn Martin Lange mit einem schönen Pass, den Beil freistehend vor dem chancenlosen Gäste-Keeper Ceglarek aufnehmen und ins linke obere Eck schicken konnte. Die Veilchen blieben im Vorwärtsgang und setzten bissig nach, was in der 30. Minute einen Abwehrspieler der Gäste zu einem verhängnisvollen Kopfball zum eigenen Torwart zwang – erneut war es Beil, der die zu kurze Rückgabe erlief und wieder allein vor dem Keeper verwandelte. Im sicheren Gefühl der Überlegenheit schlich sich bei TeBe dann jedoch der Schlendrian ein. Weitere Chancen wurden leichtfertig und mit Hang zum telegenen Spiel vergeben. Dennoch musste man noch keine Gefahr wittern, wäre nicht nach einem Eckball im TeBe-Strafraum aus dem Gewühl eine verhängnisvolle Panne passiert: Emre Anuk schoss versehentlich Fuat Kalkan an, von dem der Ball ins Tor prallte. TeBe war sichtlich irritiert und der FC Oberneuland witterte Morgenluft. Bereits in der 42. Minute brachte eine weitere Ecke den Augleichstreffer durch Karapetyan. Die Berliner Souveränität war dahin.

In der zweiten Halbzeit gelang es dann den Borussen nicht, ein zweites Mal in dieser Partie das Heft in die Hand zu nehmen. Nun waren die Gäste aggressiver, standen dichter zum Ball, konnten mehrfach Chancen verzeichnen. Herbst wechselte mit Fatih Yigitusagi für Martin Lange einen weiteren Stürmer ein, der jedoch weitgehend wirkungslos blieb. Als Kopie des Ausgleichs gelang dann den Gästen in der 67. Minute der Führungstreffer durch Matiasovits nach einer erneuten Ecke. Ein Genickschlag, denn nun fehlte den Borussen sichtlich der Elan, noch einmal ins Spiel zurück zu finden. Die Big Points holte an diesem Freitagabend der Gegner.

Trainer Thomas Herbst wollte aber dennoch nicht den Stab über seine Spieler brechen: „Zunächst haben wir taktisch sehr diszipliniert begonnen und auch spielerisch überzeugt, ehe wir dann das Spiel durch Nachlässigkeiten, fast schon Schlamperei, aus der Hand gegeben haben. Aber ich kann meinen Spielern keinen Vorwurf machen, denn natürlich sind ihre Köpfe derzeit wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage des Vereins nicht frei. Deshalb lässt sich solch ein unglücklicher Ausgleich in unsere Situation eben auch nicht so leicht wegstecken, sondern führte heute zu diesem Einbruch. Ich habe aber durchaus die Hoffnung, dass wir aus der Partie mit einem Lerneffekt für die kommenden Spiele herausgehen, in denen es nun gilt, die wichtigen Punkte für den Klassenerhalt zu holen.“

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