Ernüchternd: Erneut kein Heimspiel im Mommsenstadion!
Papier ist bekanntlich geduldig, auch das, auf dem Gesetze stehen. So bestimmt das Sportförderungsgesetz des Landes Berlin eigentlich Folgendes: „Der Sport wird insbesondere gefördert durch Bereitstellung von Sportanlagen.“ In Charlottenburg-Wilmersdorf gilt das offenbar leider nicht so recht; hier wächst das Gras scheinbar schlechter als in allen anderen Bezirken Berlins – so bleiben weiterhin die meisten Naturrasenanlagen gesperrt oder in desolaten Zustand.
Hintergrund der Mitteilung, Ihr ahnt es schon: Das Sportamt sperrt das Mommsenstadion weiterhin für den Spielbetrieb, mindestens bis zum 21. April. Die Option einer weiteren Sperre hält sich das Amt also offen. Der Verdacht liegt nahe, dass der Rasen bis zum Finaltag der Amateure am 23. Mai geschont werden soll, um da vor Fernsehkameras eine propere Spielstätte präsentieren zu können. Inwiefern ausgerechnet die Finalpaarung Dynamo vs. Altglienicke im Interesse der Vereine Charlottenburg-Wilmersdorfs liegen soll, dürfte niemand erklären können. Unsere Anfragen bei der Bezirksstadträtin Heike Schmitt-Schmelz und Bitten um Rücksprache blieben bislang alle unbeantwortet. Auch der Versuch der Kontaktaufnahme mit dem Leiter des Sportamts in Charlottenburg-Wilmersdorf lief ins Leere.
Das gilt es zu ändern, denn Charlottenburg-Wilmersdorf entwickelt sich immer mehr zum Standortnachteil für seine Vereine. Ambitionierter Sport bleibt schwierig, wenn die ansässigen Klubs nicht verlässlich mit Ihren Stammplätzen planen können. Der Zustand vieler Sportanlagen in Charlottenburg-Wilmersdorf ist besorgniserregend. Es gibt daher Redebedarf, dazu werden wir gesondert in Kürze zu einem Runden Tisch einladen und wollen so sachlich und konstruktiv eine verlässlichere Sportförderung in Charlottenburg-Wilmersdorf erreichen.
Fest steht: Wir empfangen am Sonntag den SV Siedenbollentin im Stadion Wilmersdorf zur ungewöhnlichen Anstoßzeit von 15.30 Uhr. Immerhin aber wurden auf diesem Ground die einzigen beiden Punktspielsiege des Jahres errungen. Sehen wir in der Malaise also ein gutes Omen – etwas anderes bleibt uns im Moment auch nicht übrig …






