Gemischte Gefühle: Trotz Überzahl nur 2:2 gegen Stendal

Verspätungen gehören hierzulande ja irgendwie mit dazu und unser Saisonauftakt gegen Stendal passte sich dem Trend an: Mit einer Dreiviertelstunde Verzögerung ging es los, da der Schiedsrichter (keineswegs zu Unrecht) die Fußballlinien auf dem Platz im Vergleich zu denen des American Football als zu schwach befand. Also: Platzwart aus dem Feierabend herbeibeordert, neu gekreidet, während unsere fleißigen Helfer die Tore nochmals ab- und aufbauten. Dank an alle, die geholfen haben, dass es dann um 20.15 Uhr endlich losgehen konnte, auch an die Sportamtsleitung, die zu unseren Gunsten rasch interveniert hatte.

Also, eine Dreiviertelstunde der Vorfreude mehr, die allerdings sieben Minuten nach Anpfiff gleich einen Dämpfer erhielt mit einem kuriosen Gegentor: Stendal hat einen Freistoß fast an der Grundlinie. Flach ausgeführt und unter unserer hochspringenden Mauer hindurch ging der Ball auf unseren kurzen Pfosten zu, Rici Bokake-Befongas Rettungsversuch landete im eigenen Netz. Bitter und aus dem Nichts.

Das spielte den eingespielten und robusten Gästen in die Karten, deren Durchschnittsalter weit über dem unseren lag. Konsequent verteidigten sie tief, liefen aber unseren Spielaufbau mit zwei Stürmern unermüdlich an. Das störte empfindlich, doch fiel positiv auf, dass sich die jungen Spieler in ihren neu designten lila-weißen Trikots von den harten Zweikämpfen nicht abschrecken ließen und voll dagegenhielten.

Die Belohnung gab es in der 24. Minute: Devis Meißner sprang in eine genau getimte Ecke von Rici und lenkte sie perfekt in die lange Ecke weiter. Eine tolle Koproduktion, doch die Freude darüber währte nicht allzu lange. 32. Minute: Wieder ein Freistoß für die Gäste aus halbrechter Position etwa 30 Meter vom Tor entfernt. Scharf von einem Linksfuß nach innen geschlagen fand er Stendals Kohl der wohl selbst überrascht war, wie frei er aus zentraler Postion einköpfen durfte. Ob es ein Absprachefehler, ein Versuch, auf Abseits zu spielen, oder doch bloß Unaufmerksamkeit unserer Deckung war, blieb offen – klar nur, dass das ein kapitaler Bock und keineswegs oberligareif war. Also noch so ein blödes Ding ….

Danach meckerte sich ein übereifriger Stendaler vom Platz (36.), unsere Mannschaft drückte jetzt, der Ball lief besser. Der Ausgleich fiel nicht aus dem Spiel, war dafür aber höchst sehenswert: Rici schlenzte einen Freistoß aus gut 25 Metern in den Winkel: 2:2!

Gleichstand und ein Mann mehr auf dem Platz, Grund für Optimismus in der zweiten Hälfte. Doch in der erwiesen sich die routinierten Stendaler als zu stabil, clever und laufstark. In einem tiefen 5-3-1-System stellten sie nahezu jeden Raum in ihrer Hälfte zu, unsere Elf musste immer wieder außenherum spielen, kam kaum in die Tiefe. Nach einer guten Stunde dann doch die Riesenchance durch eine tolle Einzelaktion von Devis. Einmal waren die Gäste hoch aufgerückt, Devis stürmte an der Mittlellinie los, ließ drei Stendaler hinter sich, verzog beim Abschluss aus 18 Metern knapp.

Ansonsten blieb es ein bemühtes, aber fruchtloses Anlaufen gegen das Lok-Bollwerk, das ab der 86. Minute wegen eines weiteren Platzverweises nur noch von acht Feldspielern gehalten wurde. Glück in der Nachpielzeit dazu, der einzige echte Konter der Gäste landete nicht im Tor, sondern an der Latte. Unser Keeper Yannik Bangsow meinte etwas zerknittert: „Eigentlich hätten wir das Ding ziehen müssen, aber zumindest haben wir alles reingehauen.“ Beides stimmte haargenau. Gemischte Gefühle eben: Die Einstellung war gut, die Ausbeute aber eben leider nicht.

Kommenden Sonntag geht es für unsere Jungs beim Eichkamp-Nachbarn Makkabi weiter, der sein Auftaktspiel beim Schweriner Aufsteiger mit 1:2 verloren hat. Anstoß ist um 14 Uhr auf der Julius-Hirsch-Anlage. Kommt zahlreich, Euer Support hilft dem Team!

TeBe: Bangsow – Roßbach, Frölich, Fleddermann – Jagnjic, Martens, Bokake-Befonga, Gentmanchuk (63. Iraki) – Balsüzen (76. Abu Hejab), Meißner (76. Hounsa), Moradi. Tore: 0:1 (7. ET) Bokake-Befonga, 1:1 (24.) Meißner, 1:2 (32.) Kohl, 2:2 (45.+1) Bokake-Befonga. Zuschauer: 664.

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