Klasse gehalten aus eigener Kraft: Sieg in Lichtenberg!

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Lila-weißer Freudentaumel im „Zoschke“: In der 5. Minute der Nachspielzeit versetzte Marlon Kolobaric mit einem trockenen Flachschuss ins lange Eck der 47er-Tores den zahlreich angereisten TeBe-Anhang in Ekstase, kein Auge blieb trocken, kein Stimmband wurde geschont, der Tor-Pogo im Block riss jeden mit!

Kein Wunder, die 94 Spielminuten zuvor hatten den Adrenalinpegel aller Borussinnen und Borussen in schwindelnde Höhen geschraubt, der Support insbesondere in Halbzeit zwei muss noch am Alex zu hören gewesen sein, laut, positiv, markerschütternd – und am Ende auch noch belohnt von unserer Mannschaft, die alles, was drin war, gegeben hatte und die Nerven behielt, als alles sich gegen uns zu wenden schien.

Denn in der Halbzeitpause standen die Zeichen schlecht: Konkurrent Schwerin führte 2:1 in Klosterfelde, das mit engagierter Defensive erkämpfte 0:0 zur Pause im Zoschke hätte nicht zum Klassenerhalt gereicht aufgrund unseres defizitären Torverhältnisses. Zudem fehlten dem Team bewährte Stützen: Phillip Martens, Mateo Kastrati und Linus Frölich mussten an diesem letzten Spieltag Sperren absitzen und hilflos von außen mitfiebern.

In den abschließenden 45 Minuten dieser so harten Spielzeit erhöhte 47 zunächst den Druck. Es ging für die Gastgeber zwar nicht mehr um die Meisterschaft, aber es war eben doch auch das Abschiedsspiel für Vereinsikone Sebastian Reiniger, das man gerne mit einem Sieg krönen wollte. Unser Team stemmte sich dagegen, benötigte aber zwei starke Paraden von Keeper Yannik Bangsow gegen Luis Millgramm (47., 59.), um die Null zu halten.

Danach jedoch kippte das Geschehen zusehends in Richtung der Veilchen, die zeigten, dass sie wussten, dass es um alles geht. Aus der vielbeinigen Abwehr gelang es immer häufiger, vielversprechende Kontersituationen zu kreieren. Vielleicht beflügelte auch die Nachricht, dass Klosterfelde nach einer guten Stunde ausgeglichen hatte, jedenfalls liefen die Lila-Weißen nun mehr und schneller als die Lichtenberger: Zweimal gelang es Ebrima Jobe durchzubrechen, zweimal verzog er aus Nahdistanz (73., 85.); es hieß weiterzuzittern.

Und dann überschlugen sich die Ereignisse in der Nachspielzeit: Zuerst brandete Jubel im Fanblock auf, als bekannt wurde, dass der Ex-Borusse Rayko Kühn in der 90. Minute das 3:2 für Klosterfelde gemacht hatte, dann kam es noch besser: Den letzten Konter der Partie in Lichtenberg über Mo Moradi und Ebrima veredelte Marlon, der Rest war grenzenloser Jubel, die Feierlichkeiten von Spielern, Verantwortlichen und Fans dauerten dem Vernehmen nach bis tief in die Nacht an.

Noch bevor Trainer Jeffrey Seitz Opfer eines von Sportkoordinator Sercan Kara angeführten Bierduschkommandos wurde, hatte er ein Fazit gezogen, dem man nur aus ganzem Herzen zustimmen kann: „Nach all den Rückschlägen, all den Tiefpunkten können wir stolz sein, dass und wie wir unser Ziel erreicht haben!“

TeBe: Bangsow – Kolobaric (90.+6 Klawa), Roßbach, Ceesay, Pourfard, Getmanchuk – Jobe, Gencel, Dethlefs, Moradi – Balsüzen (81. Kummerow). Zuschauer: 1563

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