Lila-weiß auf ewig – Mach's gut, Klaus!
Liebe ist stärker als der Tod. Für Klaus Klisch-Leder, 1956 in Hameln an der Weser geboren, und Tennis Borussia gilt diese an eine Bibelstelle angelehnte Feststellung auf jeden Fall: Wir können sicher sein, dass Klaus, vielen Fans als „Schweden-Klaus“ bekannt, der am 30.Juli nach Jahren schwerer Krankheit einem Herzinfarkt erlag, auch posthum mit unseren Lila-Weißen fiebert.
Klaus‘ Liebe entflammte bei einer Klassenfahrt nach Berlin. Dort tat er intuitiv das Richtige und entschied sich zum Besuch eines TeBe-Spiels – und dieser Tag begründete die längste Beziehung seines Lebens. Als er später vor der Wahl Zivildienst oder Umzug nach Westberlin stand, entschied er sich für Zweiteres, nicht zuletzt um seinen Herzensverein von nun an regelmäßig zu unterstützen. Somit gehört Klaus zu den glücklichen Menschen, die unsere Lila-Weißen in der Bundesliga haben spielen sehen dürfen.
Den Beinamen „Schweden-Klaus“ verdankte er der Tatsache, dass er sich neben TeBe auch in Schweden verliebt hatte. Er beherrschte die Muttersprache unseres Bundesliga-Rekordtorschützen Benny Wendt perfekt.
Was TeBe betraf, war der mehrfache Vater Klaus gewissermaßen ein Defätist. Er tippte immer auf einen Sieg des Gegners. So könne er wenigstens nicht enttäuscht werden, wie er erklärte. Im Stadion tat er dann alles in seiner Macht stehende, um seine Tipps nicht in Erfüllung gehen zu lassen. Mit seinem leidenschaftliche Support steckte er auch die Mit-Fans an, denn immer sah er alle im Stadion gemeinsam in Verantwortung für den lila-weißen Erfolg, nicht nur das Team auf dem Rasen.
Über jede Krise hinweg blieb Klaus TeBe treu. Obwohl nicht unbedingt zu den Spitzenverdienern zählend, waren seine Unterstützungsaktionen legendär. Sei es mit großzügigen Spenden für We save TeBe, Patenschaften für Spieler oder als langjähriger Tennis-Crowder. Als Klaus 2022 die lebenslange Dauerkarte im Rahmen einer Verlosung gewann, stellte er diese dem Verein sofort wieder zur Versteigerung zur Verfügung. Denn er selber wollte weiterhin Eintritt zahlen. Als ein Platz auf dem Mannschaftsfoto versteigert wurde, bot er mit 1902 Euro am höchsten, obwohl er gar keinen Wert darauf legte, in dieser Form im Fokus zu stehen. So stiftete er den Platz, und als Gewinnerin eines Malwettbewerbs durfte schließlich die vierjährige Amelie stolz den durch Klaus ersteigerten Platz einnehmen.
Einen treueren und selbstloseren Unterstützer als Klaus kann man sich schlicht nicht vorstellen! Er war und ist ein Vorbild, dem wir alle nur nacheifern können. Er wird im Mommsenstadion nie vergessen werden.





