Platzsperre im Mommse verlängert: Der Bezirk betätigt sich als Sportverhinderer!
Schon wieder hat es das Sportamt nicht geschafft, die herausstehenden Sprinkler im Rasen des Mommsenstadions tieferlegen zu lassen – eine Arbeit, die üblicherweise binnen 24 Stunden zu erledigen wäre, jedoch seit Monaten vom Sportamt nicht angepackt wird. Ergebnis: Die Platzsperre wurde bis zum 3. Mai verlängert. Auch den so entscheidenden Klassenerhaltsgipfel gegen Rathenow am 1. Mai können wir daher nicht zu Hause spielen und müssen zum wiederholten Mal ins Stadion Wilmersdorf ausweichen!
Es drängt sich mehr und mehr auf, dass hinter dieser Verschleppungstaktik handfestes Kalkül steckt. Offenbar soll der Rasen bereits jetzt geschont werden für das prestigeträchtige Berliner Landespokalfinale. Und offenbar sollen Vereine, die seit Jahrzehnten im Mommsenstadion ansässig sind, vertrieben werden, um bezirksfremde Nutzer an deren Stelle hereinnehmen zu können. Erinnert sei daran, dass die zuständige Bezirksstadträtin Heike Schmitt-Schmelz (SPD) bereits in der Sanierungsphase des Mommsenstadions öffentlich mit dem Gedanken gespielt hatte, es dem „1. FC Greifswald“ (gemeint war der Greifswalder FC) im Falle eines Drittligaaufstiegs als Heimspielstätte anzudienen.
Momentan machen wieder Gerüchte die Runde, dass Vereine, die nicht im Bezirk ansässig sind, ins Mommse geholt werden sollen. Wir fürchten, dass an diesen Gerüchten mehr dran ist, als den bisher im Stadion beheimateten Klubs lieb sein kann. Denn: Anders wäre es kaum erklärlich, dass sich die Sportförderung unseres Bezirks im Mommsenstadion seit geraumer Zeit nur noch als Sportverhinderer betätigt. Seit fünf Monaten (!) hat hier kein Spiel mehr stattgefunden, der Rasen ist angeblich weiterhin unbespielbar.
Man wundert sich zudem: Wie kann ein Stadion drittligatauglich sein, wenn die Verwaltung es nicht einmal schafft, den höherklassigen Jugendmannschaften von Tennis Borussia die erforderliche Spielstätte zur Verfügung zu stellen, vom Oberliga- beziehungsweise Verbandsligafußball, also den ersten Mannschaften von TeBe und des SCC ganz zu schweigen?
Tennis Borussia ist einer der traditionsreichsten Vereine der Stadt. Einer, dessen leidenschaftliche Anhängerschaft ihren Klub wiederholt gerettet hat und dessen gesellschaftspolitisches Engagement immer wieder ausgezeichnet wurde – unter anderem mit dem Paul-Spiegel-Preis. Der Bezirk könnte und sollte darauf stolz sein. Stattdessen jedoch betreibt er gegenüber den im Mommsenstadion ansässigen Klubs eine Politik, die an Methoden kalter Entmietung erinnert.
Das Mommse ist seit 81 Jahren unsere Heimspielstätte. Hier hängt die Gedenktafel für Sepp Herberger, der bei TeBe seine Trainerkarriere begann. Hier saß unser Präsident Hans Rosenthal auf der Tribüne und fieberte mit seinen Veilchen. Wir lassen uns von diesem Ort nicht still und leise vertreiben, ihr kriegt uns nicht aus dem Mommse raus – jedenfalls nicht ohne Skandal!
Noch hoffen wir, dass es dazu nicht kommen muss. Dazu aber wäre nötig, dass die Bezirksstadträtin Schmitt-Schmelz den Vereinen des Mommsenstadions endlich einmal ihr Ohr leiht. All unsere Versuche, mit ihr den persönlichen Austausch zu suchen, sind bislang abgewimmelt worden. Wir versuchen es trotzdem weiter und werden zeitnah zu einem Runden Tisch einladen.






