Gänsehautmomente im Mommse: 3:1 gegen Croatia
Was für ein Fest: Endlich zurück im Mommsenstadion fuhr unser Team den so bitter benötigten Sieg über Croatia ein. Er hievt uns vor dem letzten Spieltag bei Lichtenberg 47 wieder auf einen Nichtabstiegsplatz. Mindestens ebenso wichtig war die phantastische Atmosphäre dieses Freitagabendspiels: Über 700 Zuschauer feuerten das Team frenetisch an, unterstützt von vielen unser Jugendlichen.
Und sie alle kamen bei dem 3:1 voll auf ihre Kosten: Die Mannschaft, die dieses Mal mit zwei statt drei Innenverteidigern antrat, legte sich von Beginn mächtig ins Zeug und folgte der Devise, die Trainer Jeffrey Seitz ausgegeben hatte: „Heute zählt nur eines: ein Tor mehr zu schießen als der Gegner.“
Das erste war nach 13 Minuten zu bejubeln: Phillip Martens bediente Mirac Balsüzen, der steckte geschickte auf Ebrima Jobe druch, der wiederum noch Croatias Keeper ausspielte und einschob – das Mommse bebte in seinen Grundfesten! Und sechs Minuten später gleich noch mal: Anton Pourfard schlug tief aus der eigenen Hälfte einen wunderbaren langen Ball auf Mohammad Moradi, der alle stehen ließ und platziert einschoss. 2:0 nach noch nicht mal 20 Minuten, Herz was wolltest Du mehr?
Leider gelang es nicht, aus der klaren Dominanz in der ersten Hälfte weiter Zählbares zu machen, einige Chancen dazu gab es, so scheiterte Ebrima kurz vor der Pause frei durch am Keeper.
Nach Wiederanpfiff merkte man unserer Mannschaft aber doch auch die Verunsicherung aus dieser schlimmen Saison an, der Zugriff auf den Gegner lockerte sich, die Jungs agierten gehemmter als zuvor – das brachte Croatia überhaupt erst in ein Spiel, das zuvor vollkommen an den Gästen vorbeigelaufen war. Als Mirac zu Beginn der zweiten Hälfte die große Chance auf das 3:0 verpasste, witterte Croatia langsam Mogenluft – erst recht, nachdem Phillip nach einem harmlosen Foul im Mittelfeld Gelb-Rot gesehen hatte (66.).
Und dann wurde es turbulent: Mateo Kastrati traf bei einem Klärungsversuch an der eigenen Grundlinie einen Croatia-Spieler an der Brust, der sank darnieder und zum Entsetzen im weiten Rund gab es Elfmeter für Croatia: Marouan Zghal versenkte zwei Minuten nach der Elfmeterentscheidung sicher zum Anschluss.
In diesen zwei Minuten hatten sich eigenartige Szenen abgespielt, vor allem der im TeBe-Strafraum herumtigernde Croatia-Keeper Kühn verlor vollkommen die Selbstkontrolle und schubste schließlich unseren Debütanten aus der U19, Illia Getmanchuck, heftig zu Boden – die Rote Karte war die logische Konsequenz, ein Feldspieler musste fortan das Gästetor hüten, da Croatia sein Wechselkontingent ausgeschöpft hatte.
Mit zehn gegen zehn und einer 2:1-Führung ging es also in die Schlussphase: Ein Weitschuss von Croatias Demir zwand Yannik Bangsow zu einer Klasseparade, doch auf der anderen Seite holte John Dethlefs extrem clever einen Foulelfmeter heraus. Emir Can Gencel verwandelte flach: 3:1 (90.)!
Alles fieberte nun auf den Abpfiff, unser Team ließ bis zum Schlusspfiff nichts mehr zu: Dann brachen die Dämme, grenzenloser Jubel brach aus, die Party endete schließlich erst weit nach Mitternacht im Lila Salon. Und am Samstag hat Lichtenberg 47 mit seinem 1:0-Sieg in Schwerin dafür gesorgt, dass keinerlei Katerstimmung aufkam. Der Klassenerhalt ist in greifbarer Nähe!
TeBe: Bangsow – Getmanchuck, Ceesay, Pourfard, Kastrati (90.+3 Iraki) – Gencel – Moradi (69. Roßbach), Martens, Dethlefs (90.+3 Emini), Jobe – Balsüzen (85. Kummerow). Zuschauer: 717






