Gegen Siedenbollentin heißt es: Berappelt Euch!
Man kann nur hoffen, dass das Team unseres Trainers Jeffrey Seitz die heftige Klatsche des vorigen Wochenendes (1:5 bei Sparta Lichtenberg) sportlich aufgearbeitet und mental verdaut hat. Der Gegner, den wir am Sonntag, um 15.30 im Stadion Wilmersdorf empfangen, der SV Siedenbollentin, wird sich die Partie genau angesehen haben. Die Ausgangslage ist klar: „Bolle“, wie man den ambitionierten Dorfklub aus Vorpommern nennt, wird darauf aus sein, den Klassenerhalt möglichst frühzeitig klar zu machen. Der Tabellensiebte steht bei 36 Punkten, mit einem weiteren Dreier wäre man so gut wie am Ziel.
Für unser Team ist der Weg dahin nach dem desolaten Auftritt bei Sparta noch weiter geworden. Das ohnehin schlechte Torverhältnis hat weiter Schaden genommen, so dass wir hinter Rathenow auf Platz 14 gerutscht sind, der in dieser Saison sicher den Abstieg bedeutet. Aber der Kampf ist deswegen noch lange nicht verloren, er wird nur noch schwerer.
Denn „Bolles“ Kader ist gespickt mit Spielern, die sich bei anderen bekannten Teams aus dem nordöstlichsten Bundesland einen Namen gemacht haben. Das Gerüst kam vor der Saison aus Neustrelitz und brachte jede Menge Oberliga-Erfahrung mit. Unter diesen Spielern finden sich so bekannte Namen wie Dennis Ladwig, Oskar Fijalkowski oder Tom Kliefoth. Auch vom Regionalligisten aus Greifswald kamen in den Vorsaisons routinierte und qualitativ hochwertige Kicker in die 50 Kilometer entfernte Landgemeinde: Da wären Torjäger Daniel Eidtner (bislang 16 Treffer) oder Mittelfeldstratege Lukas Knechtel zu nennen.
Doch gerade gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller tut sich Siedenbollentin bisweilen schwer. Am vergangenen Wochenende zitterte man sich zu einem Last-Minute-Sieg über dezimierte Schweriner, zuvor hatte man sich beim Berliner AK klassisch auskontern lassen und verlor gar mit 0:3 im Poststadion.
Was die können, können wir auch, sollte sich unsere Mannschaft also vor Augen halten. Leider ist die Liste der Verletzten beziehungsweise derer, für die ein Einsatz zu früh kommen könnte, lang: Hinter Arda Isik steht ein dickes Fragezeichen, er musste mit einer Prellung am Fuß bei Sparta nach 25 Minuten vom Platz. Zudem waren Mateo Kastrati, Mohammad Moradi und Leart Halimi nicht im Kader gegen Sparta. Mohammad Sey fällt wegen eines Kreuzbandanrisses vermutlich bis zum Saisonende aus.
Aber Klagen und Ausreden zählen nicht. In der Schlussphase einer Saison voller Nackenschläge heißt es, dem drohenden Schicksal zu trotzen, alles, was nur geht, in die Waagschale zu werfen und Mentalität zu zeigen. Auf geht’s, Lila-Weiße, in das nächste von sechs noch verbleibenden Abstiegsendspielen!






