Tiefschlag in der Nachspielzeit: Niederlage in Schwerin
Eine Stunde lang sah es für uns gut aus in Schwerin, doch dann wurde der Druck des FC Mecklenburg im selben Maß wie die Konfusion der Lila-Weißen zu groß – zu groß, um wenigstens noch einen Punkt mitzunehmen. Das Schweriner Sturmtalent Yves Mfumu erzielte in der ersten Minute der Nachspielzeit das 2:1 für die Gastgeber. Bitter, ein Spiel aus der Hand zu geben, in dem man drei Viertel der Zeit führte …
Wie gesagt, es hatte sich nicht schlecht angelassen. Die Anfagsphase war zwar zerfahren, aber unserem Team boten sich Chancen: Eli Hounsas Kopfball nach langem Ball von Rici Bokake-Befonga konnten die Mecklenburger noch auf der Linie klären (18.), Marius Fleddermanns Direktabnahme nach einer Rici-Ecke schlug dann aber ein: 1:0 für Lila-Weiß nach 26 Minuten!
Das Spiel blieb verteilt. Unsere Abwehr war bei langen Bällen anfällig, der Gastgeber patzte mehrfach im Spielaufbau. In der 36. Minute eine sinnbildliche Szene dafür: Mateo Jagnjic setzte sich nach gegnerischem Ballverlust auf der rechten Seite durch und scheiterte aus spitzem Winkel am guten Schweriner Keeper aus spitzem Winkel – der Gegenzug brachte mit einem weiten Schlag Sturmroutinier Evgeni Pataman in Abschlussposition, sein Ball touchierte noch den Pfosten. Durchatmen beim lila-weißen Anhang …
Nach der Pause der FC Mecklenburg stürmischer, aber nicht fehlerfrei. Ein Riesenbock in der Abwehr brachte nach einer knappen Stunde Mohammad Moradi in Ballbesitz, der legte auf Devis Meißner quer, allein eine Glanztat des Heimkeepers verhinderte das zweite Borussen-Tor.
Das Unglück nahm seinen Lauf ab Minute 66: Rici, der Mann, der bis dahin die Bälle gesichert und für Entlastung gesorgt hatte, musste ausgewechselt werden, er hatte Leistenprobleme und seine Kräfte reichten noch nicht für die ganze Spielzeit. Von da an nahm der Druck der Schweriner auf den Strafraum immens zu, unser Team war nurmehr mit Grätschen und Befreiungsschlägen beschäftigt.
Das rächte sich: In der 72. Minute hatte die Abwehr den Schweriner Fujioka aus den Augen verlroen, der schob aus Nahdistanz ins lange Eck: 1:1. Und es kam noch bitterer: Bis zur 90. Minute hangelte sich unser Team durch und schaffte es sogar noch einen Eckball auf der Gegenseite herauszuholen. Eine Topgelegenheit, das Remis über die Zeit zu bringen, sollte man meinen. Es kam anders: Aus der Ecke entwickelte sich ein Konter, zwei lange Pässe, Mfumu düpierte Ilia Getmanchuk und schob dann ein. Gegentor aus eigenem Eckball – eine fußballerische Höchsstrafe und maximales Frustpotential für die lange Heimreise.
TeBe: Bangsow – Fleddermann, Frölich, Pourfard – Jagnjic, Martens, Bokake-Befonga (66. Kummerow), Getmanchuk – Hounsa (57. Balsüzen), Meißner (76. Celik), Moradi. Zuschauer: 473





