„Die schönsten Spiele waren unsere Lokal-Derbys"

Zum Oberliga-Spitzenspiel gegen Zehlendorf am Freitag freut sich TeBe auf den Besuch ehemaliger Spieler aus Erst- und Zweitligazeiten. Legenden wie Norbert Stolzenburg, Bernd Stieler und viele andere haben ihr Kommen zugesagt. Im Interview erinnert sich Rekordspieler Jürgen „Schulle“ Schulz an alte Zeiten.

Jürgen Schulz, Sie sind unser Rekordspieler: In 67 von insgesamt 68 TeBe-Bundesligaspielen der Herren standen Sie auf dem Platz. Was ist die schönste Erinnerung aus dieser Zeit?
Eigentlich waren die ganzen zwei Jahre super. Die schönsten Spiele waren für mich aber unsere vier Lokal-Derbys gegen Hertha. Eins davon haben wir gewonnen und da habe ich das 1:0 gemacht. Das war ein halbes Tor des Monats. Den hatte ich schön Volley im Winkel versenkt. Ich glaube, da war Norbert Nigbur noch im Tor.

Nach dem Spiel hat die Mannschaft wahrscheinlich gut gefeiert?
Richtig gefeiert haben wir die beiden Aufstiege. Aber sonst war es nach Spielen nicht so gravierend. Heute läuft ja alles anders als damals: Da gibt es nach dem Spiel Massage, Entmüdungsbecken, Eiswasser, Interviews und was weiß ich nicht was. Wir sind nach Abpfiff zum Duschen und hinterher noch irgendwohin zum Biertrinken gefahren. Da gab es keinen VIP-Bereich und nichts.

Klingt nach komplett anderen Zeiten.

Wir hatten in der Bundesliga eine Zeit lang keinen Masseur. Und keinen Arzt sowieso nicht.

Profis waren Sie aber?

Beim ersten Aufstieg, in der Regionalliga-Saison 73/74, war ich noch Student. Da haben wir teilweise schon Vormittags trainiert. Wer Zeit hatte, ist gekommen, der Rest hat gearbeitet. Als wir überraschend in die Bundesliga aufgestiegen sind, wurden die Verträge noch mal aufgebessert.

Man konnte davon leben?
Ja. Damals war auch die Abrechnung noch ein bisschen anders: Wenn man die Summe X im Vertrag hatte, hat man auch fast die gleiche Summe netto rausbekommen. Es gab ja fast 8 Prozent Berlinzulage, wenig Sozialabgaben und wenig Steuern. Das war soweit schon in Ordnung.

Wie hat sich Ihre Verbindung zum Verein nach Ihrer aktiven Zeit bei TeBe entwickelt?
1982 hat TeBe die Qualifikation für die eingleisige 2. Liga nicht geschafft. Da bin ich für vier Jahre zum SCC gegangen und danach noch mal für drei Jahre zurück zu TeBe. Ich habe das mal ausgerechnet: Ich glaube, ich bin insgesamt 17 Jahre im Mommsenstadion hin und her gerannt. Als ich mit 40 aufgehört habe, habe ich dann ab und zu noch für die Prominenten-Mannschaft gespielt. Das ist dann aber auch irgendwann im Sande verlaufen.

Heute verfolgen Sie nicht mehr, wie es bei TeBe läuft?

Weniger, weil ich aus dem jetzigen Kreis keinen mehr kenne. Wobei sich das jetzt geändert hat: Mit Günter Brombosch haben Norbert Stolzenburg, Joachim Thiel und ich damals den A-Schein gemacht. Das war noch vor der Wende beim Lehrgang in Wannsee. Dieses Jahr habe ich irgendwann in der Presse gelesen, dass er jetzt bei TeBe mitwirkt und vor ein paar Wochen haben wir dann telefoniert. Ansonsten hatte ich eigentlich keine Verbindungen mehr. Das wurde ja auch nicht so gepflegt.

Sie wohnen heute in Zehlendorf, in der Nähe des Ernst-Reuter-Stadion. Haben Sie Hertha 03 in dieser Saison schon gesehen?

Diese Saison nicht. Aber unser letztes Spielertreffen haben wir dort im Mai gemacht, als TeBe in Zehlendorf gespielt hat. Da waren wir 30 Leute, war wunderbar, hat Spaß gemacht.

Es gibt also noch regen Kontakt zwischen den ehemaligen TeBe-Spielern?
Na ja, ich bin eigentlich der einzige, der so was initiiert und zu unheimlich vielen Kontakt hat – auch zu denen in Westdeutschland. Ein paar sind leider schon verstorben und zu einigen habe auch ich leider gar keinen Kontakt mehr. Ich weiß nicht, ob die noch leben oder wo sie ansässig sind. Eigentlich schade.

Wie viele Spieler kommen denn am Freitag?
Auf der Liste stehen circa 60 Leute. Ich weiß aber natürlich nicht genau, wer davon alles kommt. Jürgen Rumor zum Beispiel, sagt Ihnen der Name noch was? Wir haben nur seine Adresse und haben ihn angeschrieben. Sicher dabei ist zum Beispiel Stolzenburg. Sackewitz hat eigentlich zugesagt. Grunenberg und Marczewski. Bernd Stieler auch, der hat bei uns früher im Tor gestanden und war einer von den Jüngeren. Der ist sehr gut befreundet mit Familie Eggert. Peter Eggert ist ja 2018 gestorben, eine Woche nach unserem vorletzten Spielertreffen. Das war auch in Zehlendorf. Von dort habe ich noch Bilder mit ihm. Seine Frau kommt am Freitag übrigens auch.

Und wie geht das Spiel gegen Zehlendorf aus?

Ich habe mir die letzten Ergebnisse von TeBe angeschaut, in den letzten Spielen lief es wohl nicht so berauschend. Zehlendorf hat im Pokal auch verloren, aber gegen einen Höherklassigen. Ich habe beide Mannschaften noch nicht gesehen und tippe mal 1:1.

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