19.04.2006 Interview

Ein Freund der Hamburger Schule

Felix Krüger im Gespräch mit Jens Eckl

Felix Krüger: Hallo Jens, du bist aus der Oberliga Südwest vom TuS Mayen zu uns gekommen, erzähl uns doch etwas von diesem Verein und auch von der Stadt, die sicher nicht alle TeBe-Fans kennen.

Jens Eckl: Mayen liegt zwischen Koblenz und Trier und wird auch das ‚Tor zur Eifel’ genannt. Bekannte Söhne der Stadt sind Mario Adorf oder Reinhard Saftig. Der TuS spielt jetzt seit sechs Jahren wieder im der Oberliga. Wer Interesse hat, kann sich ja einmal die Homepage: www.fussballvereintusmayen.de anschauen.

Wie schätzt du das sportliche Niveau in der Südwest-Liga im Vergleich zu unserer ein?

Ein Vergleich zwischen den beiden Oberligen ist sicherlich schwer. Im Südwesten wird schneller und aggressiver nach vorne gespielt, in dieser Oberliga wird eher auf Ballbesitz wertgelegt und man spielt strategischer.

Bei uns hast du bislang im Sturm, im linken Mittelfeld und zuletzt auf der linken Abwehrseite gespielt. Was war in Mayen deine Position und mit welcher Aufgabe fühlst du dich selbst am wohlsten?

In Mayen habe ich im Mittelfeld gespielt. Auf einer Halbposition oder zentral, offensiv oder defensiv. Davor jedoch auch auf der linken Seite oder als Stürmer. Wenn man viele Positionen spielen kann, nutzen das die Trainer. Es ist jedoch auch wichtig, eine Position über einen längeren Zeitraum spielen zu können. Man bekommt Routine und minimiert seine Fehler. In der Abwehr hat das dann auch am Ende der Vorrunde im Zusammenspiel mit Stephan und Erol gut und vor allem erfolgreich funktioniert.

Was hat dich nach Berlin verschlagen und warum bist du ‚ausgerechnet’ bei TeBe gelandet?

Die Gründe dafür sind persönlicher und sportlicher Natur. Was das Sportliche anbetrifft, habe ich einfach eine neue Hersausforderung gesucht. Nach acht Jahren im Südwesten kennt man jeden Spieler, jeden Platz. Und Berlin ist eine große Bereicherung für mich. Eine komplett andere Stadt als Köln, wo ich die letzten Jahre wohnte. TeBe hat eine große Tradition, echte Fans. Bei solch einem Verein wollte ich schon immer spielen. Die letzten Wochen vor der Winterpause waren großartig. Wir haben den Fans Spaß gemacht und sie haben uns das sofort zurückgegeben. Den Erfolg in Torgelow hätten wir ohne die Unterstützung vielleicht nicht gelandet. Dort wollen wir natürlich nach der Winterpause anknüpfen.

In den letzten Spielen der Hinrunde war die Mannschaft – im positiven Sinne – kaum wieder zu erkennen. Was ist Dejan Raickovics ‚Geheimnis’?

Dejan ist ein positiver Mensch. Er hat es mit seiner Ruhe und Professionalität geschafft, der Mannschaft Selbstvertrauen zu geben. Außerdem ist er dem Verein sehr verbunden. Dieses Gefühl hat er auf die Spieler transportiert. Für mich ist es wichtig, dass er mir auf meiner neuen Position hilft. Er kann mir entscheidende Dinge vermitteln.

Nachdem du nun über ein halbes Jahr bei uns bist und die Gegner in dieser Liga kennst: Welches Saisonziel ist nach der verkorksten Hinrunde noch realistisch?

Vorne haben sich die vier Teams abgesetzt, die momentan über die größte Qualität verfügen. Dahinter ist alles drin. Wichtig wird sein, da anzuknüpfen, wo wir Ende der Vorrunde aufgehört haben. Mit dieser Art Fußball zu spielen, ist es schwer, ein Tor gegen uns zu erzielen oder uns gar zu schlagen.

Wie verbringst du als Neuberliner deine Freizeit und welche Orte – außer dem Mommsen-Casino – hast du schon für dich entdeckt?

Erst einmal kenne ich mittlerweile viele Fußballplätze. Meine bisherigen Freizeitaktivitäten sind sicher nicht so interessant für die Fans, zumal ich zuletzt sehr viel für meinen Studienabschluss büffeln musste. Vielleicht habt ihr ja ein paar Ideen für mich. Ich schaue ab und an in die Fanpages im Internet. Ich mag sehr gerne gute Livemusik und die Berliner Musiklandschaft hat ja bestimmt viel zu bieten.

Welche Art von Musik kann dich denn begeistern?

Früher fand ich die Ärzte ganz groß und ein bisschen punkig darf es auch heute gerne noch sein. Momentan ist es eher die Hamburger Schule, die mich anspricht: Kettcar, Tocotronic und so weiter. Ich freue ich mich auch schon auf das neue Tomte-Album, das in dieser Woche (Anm.: Das Gespräch fand am Rande des Testspiels gegen den BAK statt) erscheinen soll.

Vielen Dank für das Gespräch, Jens.

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