"Kein Verein wie jeder andere": TeBe erhält Paul-Spiegel-Preis

Das war spitze: Der Zentralrat der Juden hat Tennis Borussia am Sonntag mit dem diesjährigen Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage geehrt. Zusammen mit den „Omas gegen Rechts“, Preisträger des Jahres 2020, erhielt TeBe die Auszeichnung im Rahmen eines Festaktes im Stadtbad Oderberger Straße (Prenzlauer Berg). Der Preis erinnert an den ehemaligen Präsident des Zentralrats Paul Spiegel und dessen Einsatz gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus.

Honoriert hat der Zentralrat das langjährige gesellschaftliche Engagement unseres Vereins im Allgemeinen und die Ausdauer im Streit um unsere Trikotwerbung zu Beginn der Saison 2021/2022 im Speziellen. Den Platz auf der Brust sollte damals der Schriftzug des Opferfonds CURA zieren, der Opfer rechter Gewalt unterstützt. Der Nordostdeutsche Fußballverband untersagte dies zunächst mit Verweis auf seine Regularien, lenkte aber letztendlich ein und passte seine Spielordnung an.

In Anwesenheit von Lisa Paus (Bundesfamilienministerin), AnaMaria Trăsnea (Staatssekretärin der Berliner Staatskanzlei) und vieler weiterer Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft hielt die Publizistin Carolin Emcke eine gleichzeitig nachdenkliche, schonungslose und überaus wertschätzende Laudatio.

Tennis Borussia ist wirklich das, was man sich wünscht im Fußball, und doch nicht mehr geglaubt hatte, dass es das geben könnte“, sagte sie. „TeBe zeigt in einem sozialen, kulturellen Kontext, der immer aufgewühlt, immer parteiisch, immer konkurrent ist, dass da geht: leidenschaftlicher Fussball und leidenschaftlicher Respekt vor Vielfalt.“ TeBe beschäme darin alle anderen Vereine, die so tun als ließe sich nichts ausrichten gegen Hass und Gewalt in den Stadien.Das ist großartig und dafür verdienen alle, wirklich alle in diesem Verein, der
Vorstand, das Trainerteam, die Spieler, die Zeugwarte, die Fans meinen größten Respekt.“

Zuvor hatte Josef Schuster, Präsident des Zentralrats, den Einsatz des Vereins im Streit um die CURA-Werbung gewürdigt. „TeBe hat gewonnen und damit viel für den gesamten FußballBetrieb erreicht. Tennis Borussia sei „kein Verein wie jeder andere“. Explizit erinnerte Schuster an die vielen jüdischen Mitglieder in den ersten Jahrzehnten nach der Vereinsgründung und an das Wirken des langjährigen TeBe-Präsidenten Hans Rosenthal, dessen Sohn Gert während der Preisverleihung ebenfalls anwesend war.

TeBe-Vorstandsmitglied Tobias Schulze nahm Medaille und Urkunde des Paul-Spiegel-Preis stellvertretend für den den Verein entgegen und gab die Würdigung in seiner Dankesrede an die Mitglieder weiter. „Viele unserer Mitglieder legen Wert auf Aktionen gegen Diskriminierung, gegen Homophobie, gegen Rassismus, gegen Antisemitismus. Unsere Satzung verpflichtet uns sogar dazu und unsere Mitglieder hätten sich eher bei uns beschwert, wenn wir unsere Trikotbrust im Sommer einfach leer gelassen hätten“, sagte er. Für den Umgang mit menschenfeindlichen Ideologien im Fußball gebe es zwei Optionen: Schweigen oder Farbe bekennen. „Der Paul-Spiegel-Preis macht in diesem Jahr Mut, sich zwischen den beiden Optionen für die richtige zu entscheiden.“

Eine Aufzeichnung der Veranstaltung ist auf YouTube zu sehen. Zum Nachlesen gibt es alle Reden hier. Tennis Borussia bedankt sich beim Zentralrat der Juden für die Auszeichnung. Wir werden sie als Auftrag mit in die Zukunft nehmen.

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