Position beziehen: NOFV ändert Spielordnung

Im vergangenen Sommer kam es zum Streit zwischen Tennis Borussia, der Amadeu Antonio Stiftung und dem Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV). Der Grund für die Auseinandersetzung war die Entscheidung von TeBe, die vakante Werbefläche auf der Trikotbrust vorerst dem Opferfonds CURA zur Verfügung zu stellen, der von der Amadeu Antonio Stiftung verwaltet wird. Der Fonds unterstützt Betroffene rechter Gewalt finanziell. 

Unter Berufung auf die Spielordnung wurde dieses Anliegen jedoch kurzfristig abgelehnt. So hieß es in § 25 Ziffer 8, dass “Werbung für politische Gruppierungen und mit politischen Aussagen” nicht genehmigt wird. Der Unmut in Medien und den Sozialen Netzwerken über diese Entscheidung war groß, zumal die Begründung zur Anwendung des Paragraphens – die Sorge darüber, dass “eine bestimmte Gruppe von Menschen” sich von der Werbung “provoziert fühlen könnte” – die Gemüter weiter erhitzte. 

Wir sind bis heute der festen Überzeugung, dass die Unterstützung Betroffener rechter Gewalt keine links- oder rechtspolitische Meinungsäußerung ist, sondern einer der Grundpfeiler unserer demokratischen Zivilgesellschaft. Personen, die sich von dieser Unterstützung provoziert fühlen, sind weder auf unseren Plätzen willkommen noch sonst irgendwo. Deswegen bedanken wir uns für die Gesprächsbereitschaft des NOFV, der im Zuge der Ereignisse den Kontakt zu uns gesucht hat und unserem Vorschlag, die Spielordnung entsprechend zu ändern, gestern mit einer nachhaltigen und eindeutigen Verbesserung nachgekommen ist.

Natürlich ist das Problem rechter Gewalt oder von Diskriminierung auf dem Platz damit noch nicht gelöst. Unser Appell an Vereine und Verbände, sich weiterhin aktiv gegen Ausgrenzung und Hass einzusetzen, bleibt aktuell. So sieht es auch unsere Kooperationspartnerin, die Amadeu Antonio Stiftung: “Die Würde des Menschen gehört zu den Grundpfeilern unserer Gesellschaft und das hört im Stadion nicht plötzlich auf. Deshalb ist es gut, dass der NOFV jetzt die Spielordnung geändert hat und Vereinen ermöglicht, klar Stellung für Menschenrechte und gegen Diskriminierung zu beziehen”, sagt Robert Lüdecke, Pressesprecher der Stiftung. 

“Die Entscheidung kam spät und leider erst nach großem öffentlichen Druck aus Fußball-Szene und Zivilgesellschaft. Umso genauer werden wir jetzt im Blick behalten, ob den Worten des Verbands auch Taten folgen. Denn den Vereinen jetzt eine Positionierung zu ermöglichen ist die eine Sache. Umgekehrt auch Rechtsextremismus und rassistische Entgleisungen entsprechend zu ahnden, gehört auch dazu – und das passierte in der Vergangenheit leider nicht konsequent genug.”

Die Änderung der Spielordnung zeigt noch einmal: Zivilgesellschaftliches Engagement lohnt sich. Deswegen danken wir allen Unterstützer*innen und auch ausdrücklich unseren Freund*innen von SV Babelsberg 03, FC Internationale Berlin 1980 und FSV Hansa 07 für ihr bestimmtes Auftreten in der Frage. Egal ob es sich um Vereine, Privatpersonen oder Unternehmen handelt: Wenn wir geschlossen für Fairness und Respekt einstehen, können veraltete Regeln gebrochen und Schritt für Schritt Diskriminierung und Hass in unserer Umwelt abgebaut werden. 

Schon im TennisTalk am 18.11.21 hat sich Bernd Schulz, der Vizepräsident des NOFV,  erstmals öffentlich zur Änderung der Spielordnung geäußert. Wer sich die Sendung noch einmal anschauen möchte, kann den Talk hier noch einmal anschauen.

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