Tennis Borussia Berlin nimmt IHRA-Arbeitsdefinition von Antisemitismus an

Am selben Tag wie Borussia Dortmund nimmt der Berliner Regionalligist als zweiter deutscher Fußballverein die Antisemitismus-Definition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) an.

  • Die 2016 veröffentlichte Arbeitsdefinition wurde u. a. von Deutschland, Österreich Frankreich und Israel übernommen.
  • Dutzende Organisationen haben sich in Deutschland bereits zur Arbeitsdefinition bekannt.
  • BVB und TeBe sind die ersten Fußballvereine in Deutschland, die sie offiziell annehmen.

Der Berliner Fußballverein Tennis Borussia Berlin hat sich heute offiziell zur IHRA Arbeitsdefinition von Antisemitismus bekannt und diese per Vorstandsbeschluss angenommen.

Gemäß der IHRA-Definition ist es beispielsweise antisemitisch, die Jüd*innen als Volk für tatsächliches oder unterstelltes Fehlverhalten Einzelner verantwortlich zu machen, den Holocaust zu leugnen oder zu relativieren oder die aktuelle israelische Politik mit der Politik der Nationalsozialisten zu vergleichen. Die komplette Definition ist unter holocaustremembrance.com abrufbar.

„Unser Verein und unsere Fans treten Antisemitismus in all seinen Erscheinungsformen entschieden entgegen. Die Annahme der IHRA-Definition entspricht dieser Haltung“, sagt TeBe-Vorstandsmitglied Tobias Schulze. „Wir freuen uns, dass mit dem BVB ein ebenfalls für sein Engagement gegen Antisemitismus bekannter Verein aus dem Profibereich eine Vorbildrolle einnimmt.“

Außerhalb des Fußballs wird die Definition in Berlin bereits von mehreren Stellen verwendet: Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS Berlin) nutzt die Definition für die Sensibilisierung und den inhaltlichen Austausch mit Justizbeamt*innen und Anwärter*innen des gehobenen Polizeidienstes. Die Berliner Landespolizei nutzt sie für die Polizeiausbildung.

Dr. Remko Leemhuis, Direktor des an der Entstehung der Definition beteiligten Berliner Büros des American Jewish Committee (AJC Berlin), begrüßt den Schritt: „Fußballvereine haben großen Einfluss und damit eine ebenso große gesellschaftliche Verantwortung. Daher freue ich mich, dass TeBe und der BVB die Arbeitsdefinition übernehmen und damit ein klares Zeichen gegen Antisemitismus im Stadion setzen. Ich hoffe, dass viele andere Vereine im Amateur- und Profibereich aber auch die Verbände dem Beispiel der beiden Vereine rasch folgen.“

Für Tobias Schulze bringt der Schritt auch einen ganz praktischen Nutzen: „In unserer Satzung ist bereits explizit festgelegt, dass der Verein antisemitischen Bestrebungen entgegentritt. Ab sofort können wir die IHRA-Definition zugrunde legen, um diesen Anspruch inhaltlich zu präzisieren.“

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